Der Geruch von Rauch liegt in der Luft. Staub wirbelt zwischen den Schluchten der grauen Betongebäude auf. Unsere Augen sind auf die Gassen voller Menschen und Verkehr gerichtet. Südafrika – eigentlich kein Land, dem wir blind vertrauen würden. Vielmehr überwiegt hier das Misstrauen, die Angst vor allem, was dieses Land, 10.000 Kilometer von Zuhause entfernt, zu bieten hat. Aber wir nutzen die Chance, die vielen Facetten Südafrikas auf einer Rundreise zu entdecken und unsere Eindrücke in einem Reisebericht als auch in bewegten Bildern in einem Video festzuhalten.

Kaum hat unsere Südafrika-Reise begonnen, wird uns sehr schnell bewusst, dass hinter der Fassade eine berauschende Vielfalt großartiger Menschen steckt. Mit jedem Meter, den wir durch das südlichste Land Afrikas fahren und gehen, fühlen wir uns mehr und mehr willkommen. Herzlichkeit ist sicher eine der Eigenschaften, die den Einheimischen zuzuschreiben ist.

Abenteuer Südafrika: Von Johannesburg in die Natur

Endlos weites Buschland erkunden, wilde Tiere auf Safaris beobachten, die Kultur der Zulu erleben: Zwischen Kapstadt und Johannesburg präsentiert sich die Regenbogennation Südafrika anders als erwartet. Wir sind überrascht von dem Leben in Johannesburg, dem Getümmel in den Seitenstraßen, den vielen Menschen – aber auch dem Smog über der Stadt. Jeder Moment ist es wert, die Kamera zu zücken. Einige Frauen balancieren ihre Einkäufe auf dem Kopf, andere haben ihre Kinder in Tüchern gehüllt auf dem Rücken. Das Gehupe, die Straßenverkäufer mit ihren Bauchläden, die Schulkinder in ihren Schuluniformen und junge Männer, die sich zwischen den Bussen und klapprigen Autos tummeln und Müll gegen Geld sammeln: Ein ganz normaler Tag für die, die es kennen – ein völlig neuer Eindruck für alle anderen.

In diesem Reisebericht aus Südafrika wird auch über die wunderschönen Wasserfällen des Landes berichtet.

Wenige hundert Kilometer weiter offenbart sich uns ein konträres Bild. Die Kohlekraftwerke, Kieferplantagen und pure Einöde haben wir hinter uns gelassen, da zeigt sich im Krüger Nationalpark das, was man gemeinhin in ganz Südafrika erwartet: eine atemberaubende und einzigartige Natur.

Safari pur: Angekommen in Südafrikas Wildnis

Die Grillen zirpen, als unser Ranger Brian seinen Jeep in dem ausgetrockneten Flussbett parkt. Ihn umgibt eine Kulisse wie aus dem Dschungelbuch: das nebelverhangene Flussbett, die üppig grünen Bäume, in denen die Vögel gegen den Sonnenuntergang anschreien, und leuchtend orangefarbene Felsbrocken. Wir beobachten Giraffen, die genüsslich an den Baumkronen knabbern, Nilpferde, die ihre massigen Körper im Schlamm baden, und kehren überwältigt von all den Eindrücken von der Safari zurück. Vorbei an schroffen, steilen Küsten, Halbwüsten und kleinen Orten mit kolonialem Charme erreichen wir nach knapp 1600 Kilometern Kapstadt – erneut eine komplett andere Welt.

Südafrikas Hauptstadt: Lässig, stilvoll, Kapstadt

Kapstadt, die nächste Station auf unserer Südafrika-Reise, bietet alles, was man in vielen westlichen Großstädten vermisst: unzählige wunderbare Strände im Umkreis. Allen voran Camps Bay: Eingebettet zwischen meterhohen Bergketten und dem Atlantik wirkt der schneeweiße Strand wie Miami Beach. Doch Vergleiche sind wenig schmeichelhaft. Camps Bay ist die Bucht. Der Strand. Das Paradies für den perfekten Moment, der ideale Ort, um dem Großstadtgetümmel zu entkommen. Bars, in denen das Leben pulsiert, und Köstlichkeiten aus der Region und der ganzen Welt locken Genießer an. Der Kulturen-Mix gleicht einem Paradies für Kreative. So ist es auch nicht verwunderlich, dass bereits zahlreiche Filmproduktionen und Shootings diese einmalige Kulisse für sich nutzten.

Das Arbeiterviertel Woodstock in Kapstadt ist auch Teil dieses Reiseberichts aus Südafrika.

Wer einen hippen Eindruck Südafrikas erhaschen möchte, besucht Woodstock. Ein Arbeiterviertel, das dank seines derzeitigen Wandels und seiner Atmosphäre das Kapstädter Pendant zu Bushwick, Belleville oder Kreuzberg sein könnte. Auf der Albert Road drängt sich ein Sammeltaxi hinter dem anderen. Wildes Gehupe überall. Normalität während der Rush-Hour.

Ein besonderer Tipp in Woodstock: Auf dem restaurierten Gelände der Old Biscuit Mill, einer ehemaligen Keksfabrik, reihen sich viele Galerien, Start-up-Büros und Restaurants aneinander. Ausstellungen, Live-Konzerte und jede Woche der Neighbourgoods Market – Tag und Nacht lässt sich hier das bunte Treiben beobachten. Auf dem Gelände drängeln sich die südafrikanischen Hedonisten – natürlich jung und ökologisch bewusst. Kapstadt ist zum Inbegriff der kreativen Szene geworden.

Kapstadts hippes Viertel Woodstock begeistert mit Konzerten, Galerien, Restaurants und dem wöchentlichen Neighbourgoods Market.

Nicht weit von der Stadt entfernt erreichen wir über die Küstenstraße Chapman‘s Peak Drive gefühlt das Ende der Welt. Steil fallen die Klippen ab, die Brecher des Atlantiks und des Indischen Ozeans krachen gegen die riesigen Felsen. Das Meer, das im Licht der Sonnenstrahlen schimmert, blendet die kilometerweite Sicht. Auf die Lippen legt sich das Salz der Ozeane, welches durch den Wind vom Meer in der Luft getragen wird. Unvergesslich!

Motorradfahrer auf einer Küstenstraße in Südafrika.
Ein traditionelles Haus an der Küste Südafrikas.

Eine Rundreise durch Südafrika: Einmal und immer wieder

Der südlichste Zipfel Afrikas, das riesige Land, die vielen Eindrücke – wir sind sprachlos. Es gibt wenige Orte auf dieser Welt, in der die Gegensätze von Arm und Reich so aufeinanderprallen. Wir waren auf der Suche nach dem echten Leben. Der Faszination. Und haben sie gefunden, in Südafrika.

Autor: Florian Kleinsteuber, Blogger – http://floriankleinsteuber.de/

Fotos: Marko Roth, Filmregisseur – http://markoroth.com/

Letzte Aktualisierung: 21. April 2020