Palmenblätter und bunte Blüten auf schneeweißem Sand, das türkisfarbene Meer im Hintergrund und ein Hochzeitspaar mit Blumenkränzen auf dem Kopf – was aussieht wie die Filmszene einer Hollywood-Romanze, zeigt die Traumhochzeit von Elfi und Axel Kirstein. Im Oktober 2020 reiste das Paar nach Französisch-Polynesien, um sich auf Bora Bora das Jawort zu geben. Heiraten im Ausland – warum sie sich dafür entschieden haben, wie sie ihren Hochzeitstag in der Südsee erlebten und welche Tipps sie für Paare haben, die ebenfalls im Ausland heiraten möchten, verrät der Bräutigam im Interview.

Heiraten im Ausland, genauer gesagt eine Bilderbuch-Hochzeit am Strand, ist der Traum vieler. Sie haben sich das Jawort über 15.000 Kilometer von der Heimat entfernt gegeben… 

Das ist richtig. Für uns war es wichtig, dass sowohl die standesamtliche als auch die kirchliche Hochzeit besonders wird. Die kirchliche Hochzeit, die wichtigere für uns, ist für das kommende Frühjahr geplant. Doch vorab klassisch auf dem Standesamt zu heiraten, war nicht das, was wir uns vorgestellt haben. Ich wollte schon immer mal nach Bora Bora nach Französisch-Polynesien, außerdem stand natürlich noch eine besondere Hochzeitsreise an – und da haben wir uns gesagt: „Lass uns das doch alles miteinander verbinden!“ Gesagt, getan. Wir haben uns also informiert und die Südsee-Hochzeit in Angriff genommen.

Abhängig vom Land ist das Heiraten im Ausland entweder nur symbolisch oder rechtskräftig. Was mussten Sie bei Ihrer Hochzeit in Französisch-Polynesien beachten, damit die Eheschließung in Deutschland anerkannt wird?

Die Koordination der Reise und auch der Hochzeit selbst lief über unseren Reiseveranstalter itravel. Vorab mussten wir sämtliche Dokumente vom Einwohnermeldeamt und vom Standesamt, entweder international ausgestellt oder übersetzt, zur Prüfung per E-Mail nach Französisch-Polynesien schicken. Auf dem Postweg müssen sie dann offiziell 60 Tage vor der Heirat dort ankommen, damit sie vor Ort geprüft werden können. Das ist schon sehr bürokratisch. Zurück zuhause war es leichter. Die Papiere waren alle auf Englisch, sodass die Hochzeit problemlos anerkannt wurde – und wir auf einmal Mann und Frau in Deutschland waren. Lediglich ein deutsches Stammbuch haben wir uns noch geben lassen, weil das von Bora Bora nur auf Französisch war.

Eine Hochzeit im Ausland auf der Insel Bora Bora.

Ihr Hochzeitstag auf Bora Bora – wie haben Sie ihn erlebt?

Wir sind sehr früh ausgestanden, haben gefrühstückt und um 7 Uhr kam bereits die Stylistin, die die Haare und das Make-up meiner Frau gemacht hat. Ich habe die Zeit genutzt, um eine Runde zu schwimmen und zu schnorcheln. Um 10:15 Uhr wurden wir dann mit einer Privat-Yacht abgeholt – das erste Highlight des Tages. Bei Sonnenschein sind wir gemächlich etwa 20 Minuten lang über die Lagune in die Inselhauptstadt nach Vaitape geschippert. Vor Ort haben wir unsere Dolmetscherin kennengelernt. Da wir vorab schriftlich bestätigen mussten, dass wir keine Französisch-Muttersprachler sind und die Sprache auch nicht verstehen, war eine deutschsprachige Dolmetscherin zwingend erforderlich. Nachdem sie uns das Prozedere nochmal erklärt hat, haben wir uns gemeinsam auf den Weg zum Standesamt gemacht. Die Rolle der Trauzeugen haben die Dame der Reiseagentur vor Ort und unser Bootsführer übernommen. Die Zeremonie hat die stellvertretende Bürgermeisterin abgehalten – mit Mund-Nasen-Maske, die wir alle tragen mussten, da wir eben in Corona-Zeiten gereist sind. Für den Kuss aber durften wir sie abnehmen! Traditionell läuten Ehepaare nach der Hochzeit die Glocke am Rathaus von Vaitape und auch wir durften sie drei Mal betätigen. Im Anschluss gab es noch ein paar Fotos, bevor wir auf der Yacht mit Champagner angestoßen haben und zurück zu unserem Over-Water-Bungalow gesegelt sind.

Und dann folgte die Bilderbuch-Hochzeit am Strand?

Genau. Nachdem wir uns erstmal im Meer abgekühlt und uns ein wenig gestärkt hatten, wurden wir um 12.15 Uhr mit einem geschmückten Auslegerboot abgeholt und zu einer einsamen Insel gefahren. Mit Trommelklängen wurden wir dort begrüßt, außerdem lag bereits das Herz aus Palmenblättern und tropischen Blüten am Strand. Die Hochzeitszeremonie selbst war der absolute Höhepunkt des Tages: Der einheimische Priester hat sie sehr amüsant gestaltet, hat Reden auf Polynesisch und Englisch gehalten, uns vermeintliche Versprechen auf Polynesisch sagen lassen und zu guter Letzt die Vermählung durchgeführt, indem er uns grüne Teeblätter um die Arme gebunden und unsere Hände mit Meerwasser übergossen hat. Dazu traditionelle Musik und die exotischen Blumenkränze. Nach ein paar Fotos am Strand gab es dann nochmal ein Fläschchen Sekt und wir sind mit dem Boot wieder zurückgefahren.

Die Hochzeitszeremonie unserer Kunden auf Bora Bora.

Die meisten Brautpaare feiern ihre Hochzeit im großen Kreis. Bei einer Heirat im Ausland gestaltet sich das schwieriger, insbesondere wenn man am anderen Ende der Welt heiratet. Haben Ihnen Freunde und Familie an diesem Tag gefehlt?

Absolut. Als wir gegen 14 Uhr wieder zurück an unserer Villa waren, wäre es schön gewesen, wenn Freunde und Familienangehörige da gewesen wären, um sie zu drücken, mit ihnen zu reden und anzustoßen. Um den Tag eben auch wie eine Hochzeit zu genießen – und nicht wie einen Strandtag. Denn statt zu feiern, sind wir dann baden gegangen. Gäste mit in der Südsee dabei zu haben, wäre einfach zu aufwendig und zu teuer geworden, das wollten wir niemandem aufbürden. Und außerdem war es ja gleichzeitig auch unsere Hochzeitsreise. Wir werden aber die kirchliche Hochzeit mit Familie und Freunden feiern und nichtsdestotrotz war die Hochzeit auf Bora Bora wunderschön. Und da wir in Corona-Zeiten gereist sind, waren wir im Anschluss ganz allein am Strand. Den Abend haben wir dann noch in unseren Hochzeits-Outfits im „Bloody Mary’s“, dem bekanntesten Restaurant der Insel, ausklingen lassen.

Heiraten im Ausland hat – wie Sie schon sagten – den Vorteil, dass man die Hochzeit gleich mit den Flitterwochen verbinden kann. Wie sah Ihre Hochzeitsreise in der Südsee aus?

Unsere erste Station war Tahiti. Dort waren wir vier Tage und haben die Insel mit dem Mietwagen erkundet. Im Anschluss waren wir fünf Tage auf Moorea, das war ein Traum. Wir waren in einem kleinen Bungalow in Strandnähe untergebracht und hatten ein großes Riff direkt vor der Haustür. Für die letzte Woche auf Bora Bora hatten wir den Over-Water-Bungalow, was einfach genial war. Während wir auf Bora Bora waren, haben wir dann geheiratet – am Tag mit dem schönsten Wetter der ganzen Woche. Auf der Heimreise hatten wir nochmal einen Tag auf Tahiti, weil sich die Zeiten wegen der Corona-Situation mehrmals verschoben hatten.

Das Ehepaar mit seiner Tochter auf der Südsee-Insel Bora Bora.

Was wird Ihnen von Ihrer Südsee-Reise neben der Hochzeit besonders in Erinnerung bleiben?

Die Unterwasserwelt in Französisch-Polynesien, die Meeresbewohner, das Schnorcheln. Ich habe eine Schildkröte gesehen, einen Tintenfisch und ganz verschiedene Rochenarten. Bei einer Lagunen-Tour – das Wasser war nur etwa 70 Zentimeter tief – sind die Rochen an uns hochgeschwommen. Und auch Haie tummelten sich in nur eineinhalb Meter Abstand um uns herum: das waren rund 25 schwarze Riffhaie mit einer Länge von etwa 1,60 Meter. Auch zwei Zitronenhaie mit einer Größe von drei Metern haben wir am Boden in etwa 20 Meter Entfernung gesehen. Natürlich hat man dabei ein etwas mulmiges Gefühl und sehr viel Respekt. Aber die Unterwasserwelt und dieses hellblaue Wasser ist einfach faszinierend.

Welchen Tipp können Sie anderen Paaren geben, die auch von einer Hochzeit im Ausland träumen?

Es ist einfach wichtig, einen Profi an der Seite zu haben, der die Hochzeit im Ausland organisiert. Wir hatten Mappen voll mit Unterlagen – Heiraten im Ausland, vor allem so weit von der Heimat entfernt, ist aufwendig und wenn man da nicht zu 100 Prozent von dem Vorhaben sowie der Kompetenz und Erfahrung des Reiseveranstalters überzeugt ist, dann funktioniert das nicht. Natürlich muss man auch bedenken, dass die Hochzeit, die Reise, die Feier und alle weiteren Specials sehr kostspielig sind. Man muss sich überlegen, was man wirklich machen möchte und was nicht. Also ein Schnäppchen ist es nicht, aber das wussten wir vorher und so etwas Besonderes macht man halt auch nur einmal im Leben.

Rein hypothetisch, denn die Ehe soll selbstverständlich ewig halten. Aber – würden Sie alles wieder so machen und in der Südsee heiraten?

Ja, definitiv. Natürlich war die Reise ein ziemlicher Aufwand und auch der Flug in die Südsee dauert allein 19 Stunden. Doch alle haben es uns so angenehm wie möglich gemacht. Und letztlich war es auch die richtige Entscheidung, trotz der COVID-19-Pandemie zu reisen. Uns war es wichtig, dass wir uns nicht in Gefahr begeben. Und bei der Reise nach Bora Bora hatten wir nicht ein einziges Mal das Gefühl, dass es unsicher oder riskant ist. Die Flughäfen und Strände waren leer, überall wurde auf Abstand und Hygiene geachtet. Insgesamt ist Französisch-Polynesien einfach ein Traumziel. Unser Fazit: Das muss man mal gesehen haben.

Im Gespräch: Leonie von der Beeck & Axel Kirstein

Fotos: Eheleute Kirstein

Letzte Aktualisierung: 12. Februar 2021