Zielgenau steuert der Jeep in die noch unter der Decke der Nacht schlafende Savannenlandschaft. Staub wirbelt auf, steigt ins kühle Morgengrauen wie die Aufregung in die Herzen der Menschen, deren Augenpaare suchend die Ausläufe des Kruger-Nationalparks abtasten. Die Nacht überlässt dem Tag nur langsam die Bühne, hält sie noch hinter dunklen Vorhängen versteckt: die landschaftliche Pracht des wohl bekanntesten afrikanischen Wildschutzgebiets. Doch nicht mehr lang: Der gemächlich emporsteigende Sonnenball in der Ferne zeigt sich schon, zwingt die Hand dazu, zum Fotoapparat zu greifen, kurz darauf wartet der Auslöser auf den richtigen Bildausschnitt. Plötzlich läuft die Landschaft nicht mehr über das Kamera-Display. Der Jeep steht. Stille legt sich über die Szenerie. Die Kamera sinkt – nur um kurz darauf ein neues Motiv zu finden: Den Löwen, der majestätisch den Trail überquert, jeder seiner gemächlichen Schritte umhüllt von orange-rotem Licht.

Vorstellungen wie diese sind es, die Reisende nach Südafrika locken – und Südafrikas stolze 23 Nationalparks, daneben aber auch die zahlreichen privaten Wildreservate, sind gut darin, ebendiese zu treffen oder gar zu übertreffen. Doch was viele nicht wissen: Neben Safaris warten die weitläufigen Naturgebiete der Regenbogennation noch mit zahlreichen weiteren Aktivitäten auf, um die Zeit inmitten der Naturwunder Südafrikas auszukosten. Welche Nationalparks der Rainbow Nation lohnen sich besonders für einen Besuch und was dürfen Urlaubende inmitten der Naturspielplätze erwarten? Wir klären auf und stellen die Top 10 Nationalparks in Südafrika vor!

Der Klassiker schlechthin: Der Kruger-Nationalpark

„Wenn ich diesen kleinen Teil der Lowvelds nicht schütze, werden unsere Enkelkinder nicht wissen, wie ein Elefant, Löwe oder Kudu aussehen.” Dieses Zitat war es, das die Anfänge des Kruger-Nationalparks begründete. Im Jahr 1898 wies der deutsche Einwanderer und damalige Präsident Paul Krüger mit diesen Worten das Sabie Game Reserve – 28 Jahre später von der Regierung zum Kruger-Nationalpark umbenannt – als Wildschutzgebiet aus. Und das mit Erfolg: Mittlerweile nennen über 150 verschiedene Säugetier-, 114 Reptilien- und mehr als 500 Vogelarten das 20.000 Quadratmeter große Gelände ihr Zuhause. Der wohl beliebteste Nationalpark Südafrikas lockt mit einer Artenvielfalt, die die Herzen von Safari-Enthusiasten so schnell erobert wie die Kamera “Klick” machen kann. Das bis in die Nachbarländer Zimbabwe und Mosambik reichende Gelände ist das Aushängeschild Südafrikas und nicht allein deshalb so beliebt, weil es die “Big Five” – Löwe, Elefant, Nashorn, Büffel und Leopard – beheimatet. Im Süden des Parks lassen sich die afrikanischen Windhunde verfolgen, während im Buschland Zebras und Geparden anzutreffen sind. Giraffen dagegen fühlen sich in den bewaldeten Regionen des Nationalparks wohl. Nicht weniger vielfältig als die Tierwelt im Kruger-Nationalpark sind auch die Arten, ihn zu erkunden: Abenteuerlustige können den Park mit Geländewagen beispielsweise in fünf Tagen auf dem Lebombo 4×4 Overland Trail auf eigene Faust erkunden. All jene, die lieber begleitet durch die wilden Weiten des Nationalparks streifen – oder dies einiges nachhaltiger tun möchten –, können bei einer geführten Buschwanderung auf ihre Kosten kommen. Bei Nachtpirschfahrten haben Besucher die einmalige Chance, Wildtiere bei der Jagd zu beobachten.

Ein Elefantenparadies: der Addo-Elefanten-Nationalpark 

Für Freunde sanfter Dickhäuter hält Südafrika eine ganz besondere Überraschung bereit: den Addo-Elefanten-Nationalpark. Das 1931 gegründete Schutzgebiet nahe Gqerherba (Port Elizabeth) kann getrost als Naturparadies bezeichnet werden: Versteckt im Dickicht der Graslandschaft der Sundays River Region, reicht das von den Zuurberg Mountains eingerahmte Schutzgebiet bis hin zur Küste. Davon, dass die Gründung des Parks traurige Hintergründe hatte – die Elefantenpopulation war zu dieser Zeit auf nur elf Dickhäuter reduziert – ist mittlerweile nicht mehr viel zu merken: Mehr als 600 Rüsseltiere suchen sich heute glücklich ihre Wege durch das Ökosystem des Parks, der daneben auch noch Kapbüffeln, zahlreichen Antilopenarten, Zebras, Straußen, Leoparden und Löwen ein sicheres Zuhause bietet. All jene Südafrika-Reisende, die sich zum Ziel gesetzt haben, neben den im Park beheimateten “Big Five” auch die beiden Tierarten zu beobachten, die aus den “Big Five” die “Big Seven” machen, könnten im Addo-Elefanten-Nationalpark nicht besser aufgehoben sein: Denn seit der mittlerweile 12.0000 Hektar große Nationalpark erweitert wurde und nun ebenfalls ein Meeresschutzgebiet umfasst, besteht die Chance auf Sichtung von Walen oder dem Weißen Hai. Egal ob klassischer Game Drive im eigenen Auto, Meeressafari oder geführte nächtliche Pirschfahrt – der Addo Nationalpark macht das gesamte Safari-Programm möglich. Dass das Schutzgebiet ein Paradies für Outdoor-Fans und auch nachhaltig erlebbar ist, beweisen die Vielfalt der unterschiedlichen Wanderwege durch die Zuurberge und die Möglichkeit, die Bergwelt vom Pferderücken aus zu erkunden.

Der älteste Nationalpark Südafrikas: der Hluhluwe-IMfolozi-Nationalpark

Das älteste Schutzgebiet des afrikanischen Kontinents erstreckt sich etwa 250 Kilometer nördlich von Durban und seine Ursprünge lassen sich bis ins Jahr 1897 zurückführen: Zu diesem Zeitpunkt wurden als erste Schutzgebiete im südlichen Afrika die beiden Wildtierreservate Hluhluwe und IMfolozi als Nashorn-Schutzgebiete gegründet. Fast hundert Jahre später wurden die beiden Parks und der zwischen ihnen liegende Korridor zum Hluhluwe-IMfolozi-Nationalpark zusammengelegt. Dass heute die größte Nashornpopulation weltweit in diesem Nationalpark Südafrikas zu Hause ist, ist in Anbetracht der traurigen Vergangenheit der Rhinos kaum vorstellbar. Denn Mitte des 20. Jahrhunderts mussten die Breitmaulnashörner im südlichen Afrika beinahe ihrer Ausrottung entgegensehen. Heute können Besucher den Tieren mit Kamera in der Hand und strahlendem Lächeln auf dem Gesicht – selbstverständlich mit Sicherheitsabstand – gegenüberstehen. Diese Glücksmomente haben sie insbesondere der „Operation Rhino” zu verdanken, die in den Sechziger Jahren ins Leben gerufen wurde und sich dem Schutz der Nashörner verschrieb. Neben über tausend Breitmaul- und etwa 300 Spitzmaulnashörnern, die definitiv die Highlights des Parks sind, dürfen Besucher hier auch mit Löwen, Geparden, Leoparden, Giraffen, Elefanten, Büffeln, Krokodilen, Gnus, Impalas, Zebras, Antilopen und Hyänen rechnen. Dank des 230 Kilometer langen Straßennetzes können Tierbeobachter den Park ausgiebig erkunden – ganz egal ob mit dem eigenen Geländewagen, auf einer geführten Pirschfahrt oder gemeinsam mit einem Park-Ranger wandernd auf den sogenannten Wilderness-Trails. Von November bis März besteht die Möglichkeit, den Park in Kleingruppen zu Pferd auszukundschaften. All jenen, die mehr Zeit im Park verbringen möchten, stehen drei Lodges und ein Camp bereit.

Nashörner im Hluhluwe-iMfolozi Park in Südafrika.

Ursprünglichkeit pur: der Kgalagadi-Transfrontier-Nationalpark

„Ort des Durstes” – so lässt sich der erste offizielle grenzübergreifende Nationalpark Südafrikas aus der Sprache der San übersetzen. Der 36.000 Quadratkilometer große Kgalagadi-Transfrontier-Nationalpark, der 1931 zum Nationalpark erklärt wurde und 1999 mit dem angrenzenden Kalahari Gemsbok National Park in Botswana zusammengeschlossen wurde, macht diesem Namen alle Ehre: Seine Landschaft ist überwiegend von Trockenheit geprägt. Doch der lebensfeindliche Eindruck täuscht. Zahlreiche exotische Tiere und Pflanzen leben hier und fühlen sich inmitten der weiten Landschaft nicht weniger wohl als all seine menschlichen Besucher. Inmitten der rot-flimmernden Dünen und den trockenen Flussbetten können Gäste mit etwas Glück neben Giraffen, Gnus, Schakalen, Hyänen, Füchsen, Erdmännchen und Antilopen auch die Stars des Parks antreffen: die für ihre schwarze Mähne typischen Kalahari-Löwen. Auch seltene Tierarten, etwa die afrikanische Wildkatze, der Löffelhund oder das Pangolin, sind in dem von Sanddünen geprägten Nationalpark beheimatet. Wer die Sichtung der begehrten „Big Five” auf seine Bucket List gesetzt hat, der wird sein Glück in diesem Nationalpark jedoch eher weniger finden. Büffel, Elefanten und Nashörner fühlen sich in der kargen Region nicht heimisch. Umso größer ist die Chance, Löwen oder Leoparden zu sichten. Doch die Gründe für einen Besuch dieses trockenen, von tiefster Stille und unendlich weiten Himmel geprägten Gebiets lassen sich dennoch sehen. Da der Park abseits der üblichen Reiserouten liegt, überkommt Besucher hier nicht selten das Gefühl, den Park völlig für sich allein zu haben. Aufgrund der kaum vorhandenen Infrastruktur punktet der Park zudem mit Ursprünglichkeit. Und spätestens, wenn sich nachts der klare Sternenhimmel über das Tierparadies spannt, hat der Kgalgadi-Transfrontier-Nationalpark es geschafft: Er hat Abdrücke in den Herzen seiner Besucher hinterlassen.

Wundersame Vielfalt: der iSimangaliso-Wetland-Nationalpark

Man könnte fast meinen, dass wir mit der Zeit blind würden für die Schönheit, die uns umgibt. Beim Volk der Zulu scheint das allerdings nicht so zu sein – zumindest nicht was den iSimingaliso-Wetland-Park betrifft. Denn das Wort “iSimingaliso” im Namen des Parks bedeutet übersetzt aus ihrer Sprache so viel wie „Wunder”. In Anbetracht der landschaftlichen Vielfalt, die in diesem südafrikanischen Nationalpark vorherrscht, kann der Name jedoch kaum zutreffender sein: Weitläufige Seen, Mangrovensümpfe, wilde Küste und die zweitgrößte Sanddüne der Welt treffen hier, nördlich von St. Lucia, aufeinander. Doch das 300 Quadratkilometer große Schutzgebiet würde sich wohl nicht derarter Beliebtheit erfreuen, wäre seine Tierwelt nicht ebenso wundersam vielfältig wie sein Landschaftsbild: Neben Flusspferden, Störchen und Pelikanen beheimatet er auch die größte Krokodilpopulation des Landes – und macht seinem Namen mit den zahlreichen Wassergebieten alle Ehre. In ihm befindet sich mit dem St. Lucia-See der größte See Südafrikas und die Küste von KwaZulu-Natal gibt je nach Jahreszeit den Blick auf Buckelwale frei. Es sind jedoch weitaus kleinere Bewohner dafür verantwortlich, dass der Park von der UNESCO als Welterbe ausgezeichnet wurde: die Zwerg-Chamäleons. Neben typischen Jeepsafaris eignet sich der Park besonders gut für Bootstouren, Whalewatching-Ausflüge und ganz besonders auch für Schnorcheltrips. Hier wartet das südlichste Korallenriff Afrikas!

Flusspferde fühlen sich am See St. Lucia im iSimangaliso Wetland Park besonders wohl.

Wahre Höhepunkte: der Garden-Route-Nationalpark 

Verwunschene Küstenlandschaften, erhabene Berge und dichte Wälder – im Garden-Route-Nationalpark erleben Besucher wahre landschaftliche Höhepunkte. Und das sogar im wahrsten Sinne des Wortes: Zum Beispiel oben auf den zerklüfteten Felsklippen der Knysna Heads oder auf der Suspension-Hängebrücke hoch über dem Storms River. Zusammengeschlossen aus drei Nationalparks Südafrikas – dem Wilderness Nationalpark, der Knysna National Lake Area und des Tsitsikamma Nationalparks – erstreckt sich das Gebiet von Wilderness über Knysna bis zum Cape St. Francis in der St. Francis Bay und bildet ein Mosaik verschiedenster Landschaftsbilder. Von schroffen, von Flüssen durchzogenen Bergen, üppig grünen Waldgebieten mit meterhohen Baumfarnen bis hin zu endlos einsamen Sandbänken ist der Garden-Route-Nationalpark wohl nicht zuletzt deshalb so beliebt, weil er jeden Geschmack anzusprechen vermag. Was viele nicht wissen: Der Nationalpark birgt sogar einen wahren Schatz. Denn einer der letzten Urwälder Südafrikas erstreckt sich an der Küste zwischen Kap St. Francis und Plettenberg Bay. Verantwortlich für die dichte Flora und Fauna des Parks ist nicht zuletzt die hohe Menge an Niederschlag der Tsitsikamma-Berge, die auf ihrem Weg zum Meer das Ökosystem bestens zu versorgen weiß. Die Vielfalt des Parks setzt sich auch in Sachen Besucheraktivitäten spielend fort: Vom Wandern oder Mountainbiking über Kanufahren, Kayaking oder Rafting bis hin zur Vogel- oder Walbeobachtung reichen die Arten, die Zeit im Garden-Route-Nationalpark auszukosten. Eines steht fest: Langeweile kommt in diesem Mosaik verschiedenster Ökosysteme und Freizeitangebote definitiv nicht auf. Und falls es inmitten all der Naturwunder doch mal eine ruhige Minute geben sollte: Können uns die Wunder der Natur nicht in völliger Stille am ehesten berühren?

Geschichte, Kultur und Abenteuer: der Tafelberg-Nationalpark

Den weltbekannten Tafelberg erklimmen, sich von den niedlichen Pinguinen am Boulders Beach verzaubern lassen oder die Pflanzenwelt des Kirstenbosch Botanical Garden unter die Lupe nehmen – langweilig wird es im Tafelberg-Nationalpark garantiert nicht. Die Fläche der Gebirgskette des Tafelbergs, die sich vom Signal Hill im Norden über den Cape Point im Süden bis zur Küste der Kap-Halbinsel spannt, wartet gleich mit zwei weltbekannten Sehenswürdigkeiten auf: dem imposanten Tafelberg und dem Kap der Guten Hoffnung. Der 1.000 Meter hohe Tafelberg hat es zu Recht auf die Liste der „7 Weltwunder der Natur” geschafft. Beinahe mystisch erhebt sich das Wahrzeichen des Landes über die Bucht und erlaubt auf seinem fast drei Kilometer langen flachen Gipfel unvergessliche Ausblicke auf die Stadt und Umgebung. Davor aber steht der Aufstieg zum Gipfel an. Die Königsroute, um den Tafelberg zu erklimmen, führt über den Skeleton-Gorge und durch dichte Wälder. Verwehrt bleibt die eindrucksvolle Aussicht vom Hausberg Kapstadts aber niemanden: Auch weniger sportliche Menschen erreichen per Seilbahn in nur fünf Minuten den Gipfel und können sich neben Ausblicken auf die Stadt auch auf die False Bay freuen. Ein besonderes Highlight für Mutige ist die Möglichkeit zum Abseilen vom Tafelberg.

Nicht weniger Ehrfurcht lösen das Kap der Guten Hoffnung und der Cape Point aus. Das berühmte Kap der Guten Hoffnung hat eine bewegte Geschichte – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Die schroffen Felsen und das launische Wetter waren einst ein Graus für die Seemänner, die von Europa ihre Wege in den Fernen Osten suchten und brachten dem heutigen Kap eine Zeit lang sogar den Namen „Kap der Stürme” ein. Noch heute erinnern über 20 Schiffe am Meeresgrund an das Schicksal dieser Weltentdecker. Am Cape Point, etwa zwei Kilometer vom Kap der Guten Hoffnung entfernt, treffen die Strömungen des Indischen und des Atlantischen Ozeans aufeinander. Für viele Südafrika-Urlaubende steht fest: Nur wenige andere Orte können diesen von Wind und Meer dominierten Sehenswürdigkeiten das Wasser reichen.

Pinguine am Boulders Beach auf der Kap-Halbinsel in Südafrika.

Magische Tiefen: der Augrabies-Falls-Nationalpark

Ein Ort, an dem Magie ein Zuhause gefunden hat – so könnte ein ganz besonderer Nationalpark Südafrikas in der Provinz Nordkap beschrieben werden: der Augrabies Falls Nationalpark. Dass hier meist eine ordentliche Lärmkulisse herrscht, tut der wahrlich besonderen Atmosphäre keinen Abbruch – sie stützt diese vielmehr. Denn das Prachtstück des Nationalparks sind die 150 Meter breiten Augrabies Falls. Hier stürzen sich die Wassermassen des durch den Park laufenden Orange Rivers in die Tiefe und überschallen dabei so manchen Freudenschrei. Ihren Namen haben die Augrabies Falls dem Volk der Khoi zu verdanken, die diesen Ort zurecht „Aukoerabis”, übersetzt „Ort des großen Getöses”, tauften. Die tosend fallenden Wassermassen machen den Park zum absoluten Muss für Fotografen und Adrenalinjunkies: Die bis zu 200 Meter tiefe und 18 Kilometer lange Felsenschlucht, die der Fluss hier eingegraben hat, gibt nicht nur ein einmaliges Bild ab, sondern beweist sich auch immer wieder als Abenteuerspielplatz für Outdoor-Freunde. Von Rafting über Kanufahren bis hin zum Wandern oder Mountainbiken reichen die Möglichkeiten, die magische Landschaft zu genießen. So beeindruckend die tiefen Schluchten im Augrabies Falls Nationalpark auch sind, lohnt es sich dennoch, den Blick zu heben. Denn entlang des Orange Rivers tut sich eine beinahe magisch anmutende Flora und Fauna auf. Geschmückt wird der Park von den kleinsten Sukkulenten der Welt und den charakteristischen Köcherbäumen, aus denen die San-Jäger schon vor tausenden Jahren Köcher für ihre Pfeile herstellten. Klipspringer und Antilopenarten, aber auch Raubtiere wie Leoparden, Schakale oder afrikanische Wildkatzen ziehen die Blicke auf sich. Eines der Highlights des Parks sind definitiv die Moon Rocks, von denen aus die raue Landschaft aus der Vogelperspektive bewundert werden kann. Dass Besucher sich dort oben auch vogelfrei fühlen, verwundert in Anbetracht des nahezu magischen Ausblicks kaum.

Eine goldene Aura: der Golden-Gate-Highlands-Nationalpark

Goldene Sandsteinformationen, imposante Felsskulpturen und versteckte Höhlen – der Golden-Gate-Highlands-Nationalpark versprüht eine goldene Aura, der sich kaum jemand entziehen kann. Besonders wenn die Sonne die Sandsteinfelsen küsst, schreit das Naturparadies zwischen Johannesburg, Durban und Bloemfontein regelrecht nach der Kamera. Besucher werden in diesem Nationalpark Südafrikas neben den typischen Felsformationen auch von weiten Graslandschaften und frischer Bergluft in Empfang genommen. Einst ein sumpfiges Delta, durch das die Dinosaurier stampften, ist das bergige Grasland heute unter anderem Zuhause von Weißschwanzgnus, Elen-Antilopen, Bless- und Springböcken, Oribis und Steppenzebras. Der Golden-Gate-Highlands-Nationalpark beweist sich stets aufs Neue als wahres Paradies für Outdoor-Fans und lockt mit spannenden Touren durch die Wunder des Parks. Besonders beliebt sind beispielsweise Wanderungen auf dem Trail zum Brandwag-Buttress oder aber auf den höchsten Punkt des Parks: den Ribokkop. Alle, die mehr Zeit wandernd verbringen möchten, kommen bei der zweitägigen Wanderung auf dem Rhebok Hiking Trail mit Übernachtung in der Wildnis auf ihre Kosten. Auch ein Ausflug zum Vulture Restaurant, einer Futterstation für Geier, ein Pferdeausritt oder eine Führung durch die größte Höhle des Parks, die Cathedral Cave, könnten auf der Bucket List für den Golden-Gate-Highlands-Nationalpark stehen. Der Eintritt in die dunklen Tiefen des Parks bedeutet gleich auch ein Eintritt in eine lange Geschichte: Die vielen Höhlenzeichnungen beweisen, dass sie einst von Buschmännern als Unterschlupf genutzt wurden, aber auch Bauernfamilien versteckten sich hier, um den Konzentrationslagern der Briten zu entkommen.

Der Golden-Gate-Highlands-Nationalpark lockt mit goldenen Sandsteinformationen und imposanten Felsskulpturen.

Im Blumenmeer: der Namaqua-Nationalpark

Dass ein Meer auch bunt sein kann, das beweist der Namaqua-Nationalpark in der Provinz Nordkap. Denn in den Monaten Juli bis September überzieht das Land ein farbenfrohes Meer aus Millionen bunter Wildblumen. Nicht nur Fotografen und Botaniker blühen in diesem Nationalpark Südafrikas geradezu auf – inmitten der etwa 3500 hier heimischen Pflanzenarten, von denen es etwa 1000 nur in Südafrika gibt, ist es beinahe ein Ding der Unmöglichkeit, kein Glück zu verspüren. Besucher können den Park entweder auf einem PKW-Rundweg kennenlernen oder wandernd erforschen. Egal, wie Besucher unterwegs sind, gilt doch für alle: Kamera nicht vergessen! Denn neben der Farbenpracht geben auch die zahlreichen Antilopen, die freudig über den bunten Blumenteppich springen, ein wahrlich einzigartiges Bild ab.

Autorin: Berit Sellmann

Letzte Aktualisierung: 12. September 2022