Wer an Mauritius denkt, mag zunächst nur von palmengesäumten Traumstränden, kristallklarem Wasser und Postkartenidylle schwärmen. Kein Wunder also, dass die paradiesische Urlaubsinsel im Indischen Ozean mit ihren exklusiven Luxushotels als eine der Top-Destinationen für romantische Flitterwochen gilt. Doch in der Realität ist das Reiseziel noch viel mehr als das und kann nicht nur Honeymooner und anspruchsvolle Badeurlauber begeistern.

Mauritius lässt sich hervorragend auf einer individuellen Reise erkunden und überrascht mit einer Vielzahl an Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten. Die atemberaubende Landschaft der ostafrikanischen Insel – von sattgrünen Tälern über dichte Wälder bis zu spektakulären Wasserfällen – versetzt Naturliebhaber in Staunen und lässt das Herz eines jeden Wanderers schneller schlagen. Abenteurer und jene, die Nervenkitzel suchen, kommen bei abwechslungsreichen Wassersportaktivitäten oder schwindelerregendem Ziplining auf ihre Kosten. In den Städten ziehen quirlige Märkte Besucher in ihren Bann. Eine Besonderheit auf Mauritius ist die kulturelle Vielfalt, die allein durch das Vorhandensein von hinduistischen Tempeln nebst Kirchen, Moscheen und chinesischen Pagoden ihren Ausdruck findet. Bei dieser Fülle an Highlights fällt es gar nicht leicht, sich für die passenden auf einer individuellen Mauritius-Reise zu entscheiden. Wir stellen die Top Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten auf Mauritius jenseits von Baden und Entspannen im Luxushotel vor!

Karte der schönsten Sehenswürdigkeiten auf Mauritius

Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten im Norden und Nordwesten von Mauritius

Ausflug in die Inselhauptstadt Port Louis – Kultur, Land & Leute

Hauptstädte ferner Länder sind vielleicht nicht immer makellos schön wie Juwelen, glänzen dafür aber mit Authentizität und sind perfekt, um in den ersten Tagen einer Reise neue Eindrücke aufzusaugen und wahrhaftig in das Leben der Einheimischen einzutauchen. So sollten Urlauber auf ihrer Mauritius-Reise auch dem pulsierenden Port Louis an der Nordwestküste einen Besuch abstatten. Das Flair des wirtschaftlichen Zentrums der Insel ist maßgeblich geprägt vom Aufeinandertreffen der unterschiedlichsten Kulturen und Religionen – mitunter zurückzuführen auf die zahlreichen Plantagenarbeiter, die während und nach der Kolonialzeit auf die Insel kamen. Ein sehenswertes Überbleibsel aus dieser Zeit ist das ehemalige Lager Aapravasi Ghat, das einst als Ankunftsstelle für die vorwiegend indischen Arbeiter diente und heute UNESCO-Weltkulturerbe ist.

Bei einem Spaziergang durch den historischen Stadtkern werden Urlaubern bunte Hindu-Tempel und Pilgerstätten begegnen, aber auch koloniale Bauten oder gar Chinatown mit seinen fernöstlichen Shops und Restaurants. Ein Ort, an dem all das zusammenfließt, ist der Central Market. In verschiedenen Hallen tätigen die Einheimischen hier ihre Einkäufe und es ist lohnenswert, sich einfach mal ins Getümmel zu stürzen. Zwischen Textilien, Souvenirs, heimischem Obst und Gemüse, fangfrischem Fisch, Fleisch und Kunsthandwerk können Reisende am besten in die Vielfalt der Insel eintauchen. Ein Tipp für experimentierfreudige Feinschmecker: Ananas mit Chili und Salz!

Botanischer Garten Pamplemousses – Natur und Tiere

Um nach dem Trubel des Port Louis Central Markets etwas zur Ruhe zu kommen, empfiehlt sich ein Besuch des idyllischen Botanischen Gartens Pamplemousses, der nur 15 Kilometer von Mauritius‘ Hauptstadt entfernt liegt. Diese riesige Grünanlage, deren voller Name Sir Seewoosagur Ramgoolam Botanical Garden ist, existiert bereits seit Ende des 18. Jahrhunderts und ist damit der älteste botanische Garten der Südhalbkugel. Damals ließ der französische Gouverneur diesen Garten um das Tor von Pamplemousses errichten, lediglich um Gemüse anzubauen. Das feuchtwarme Klima auf Mauritius führte im Laufe der Zeit dazu, dass auch zahlreiche exotische Gewürze angepflanzt wurden, die den Besuch des Botanischen Gartens heute zu einem Fest für alle Sinne machen. Insbesondere in den Frühlingsmonaten, wenn alles blüht, erstrahlt der Garten auf rund 35 Hektar Fläche in seinen schönsten Farben. Ulkige Leberwurstbäume, mächtige Talipot-Palmen und eine Vielzahl an weiteren Pflanzenarten warten auf den Besucher. Beliebte Fotomotive sind die Teiche mit ihren meterbreiten Amazonas-Riesenseerosen und wunderschönen Lotusblumen. Außerdem nennt eine Population von Riesenschildkröten den Botanischen Garten ihre Heimat – so ist dieser auch bei einem Mauritius-Urlaub mit Kindern ein beliebtes Ausflugsziel.

Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten im Südwesten und Süden von Mauritius

Tamarind Falls – Natur und Wandern

Im Südwesten von Mauritius treffen Urlauber auf eine der schönsten Sehenswürdigkeiten der Insel: die Tamarind Falls. Dieser siebenstufige Wasserfall, auch 7 Cascades genannt, bettet sich mitten in eine sattgrüne Schlucht und bildet einige natürliche Pools. Mit einem Mietwagen erreicht man einige Aussichtspunkte rund um den kleinen Ort Henrietta. Aber auch Aktivurlauber werden nicht enttäuscht: Eine mehrstündige, idyllische Wanderung führt entlang der sieben Fälle bis zur oberen Kante der Tamarind Falls, zwischendurch laden einige der natürlichen Pools immer wieder zum erfrischenden Bad ein. Lokale Guides sind vor Ort anzutreffen, so ist die Entscheidung zur landschaftlich reizvollen Wanderung auch kurzfristig möglich.

Trou aux Cerfs – Natur

Wer die Tamarind Falls bestaunen möchte, kann dies mit einem kurzen Abstecher zu einem weiteren Natur-Highlight von Mauritius verbinden, das auf eine über zwei Millionen Jahre alte Geschichte blickt. Denn nur wenige Kilometer von Henrietta entfernt, erhebt sich im Inselinneren bei Curepipe der Trou aux Cerfs, ein 650 Meter hoher Vulkan. Aktiv ist dieser schon lange nicht mehr, im 85 Meter tiefen Krater des Vulkans hat sich heute ein kleiner See gebildet. Diesen See können Urlauber gut vom Kraterrand aus erblicken, der sich unkompliziert über eine Straße per Auto erreichen lässt. Schöner Nebeneffekt: Vom Vulkan aus hat man eine spektakuläre Aussicht in alle Richtungen von Mauritius – allein dafür lohnt sich die Fahrt zum Trou aux Cerfs.

Le Morne Brabant mit Le Morne Strand – Wandern, Action & Wassersport

Neben dem ehemaligen Lager Aapravasi Ghat in Port Louis kann sich Mauritius mit einem weiteren UNESCO-Weltkulturerbe rühmen: dem geschichtsträchtigen Le Morne Brabant. Der 556 Meter hohe Berg im Südwesten der Insel, der einst Sklaven als Zufluchtsort diente, gilt heute als das Wahrzeichen von Mauritius und sein Motiv ist von keiner Postkarte mehr wegzudenken.

Aktivurlauber aufgepasst: Der Le Morne Brabant lässt sich nicht nur aus der Ferne bewundern, sondern auch erklimmen. Wer in seinem Mauritius-Urlaub also nicht nur am Strand entspannen und die Zehen im Sand vergraben mag, macht sich am besten am noch kühlen Morgen auf den Weg zum Gipfel und wird dann zum Vormittag mit einer überwältigenden Aussicht über die Landschaft von Mauritius und den glitzernden Ozean belohnt. Fortgeschrittener Wanderer oder Bergsteig-Profi muss man dafür nicht zwingend sein. Eine grundlegende Fitness, stabiles Schuhwerk sowie reichlich Trinkwasser sind dennoch hilfreiche Begleiter für die Wanderung, die je nach Tempo und Anzahl an Fotostopps zwischen drei und fünf Stunden dauert.

Nicht zu vernachlässigen ist auch der Strand von Le Morne, der am Fuße des gleichnamigen Berges liegt. Weißer Sand, kristallklares Wasser, herausragende Schnorchelmöglichkeiten und dabei stets das Wahrzeichen von Mauritius im Hintergrund – wenig überraschend, dass der Strand sogar als der schönste der ganzen Insel gehandelt wird. Und es wird noch besser: Hier, am Fuße des Le Morne Brabant, findet sich auch einer der beiden Hotspots zum Kitesurfen und Surfen auf Mauritius! Die Wellen und die leichte Brise sind perfekt für den actiongeladenen Wassersport. Der zweite Spot liegt in Tamarin, circa 20 Kilometer gen Norden entfernt. Kitesurfer und Surfer sind also in diesem Abschnitt der Westküste von Mauritius am besten aufgehoben.

Absolutes Highlight: bei einem exklusiven Helikopterflug über Mauritius die Schönheit der Insel aus der Vogelperspektive kennenlernen! Verschiedene Strecken stehen hier zur Auswahl. Der Le Morne Brabant lässt sich bei dem Flug im Süden bewundern ebenso wie der beeindruckende Wasserfall von Chamarel. Und was hat es mit dem Unterwasser-Wasserfall von Mauritius auf sich? Bei diesem vermeintlichen Naturphänomen, unmittelbar vor dem Le Morne Brabant gelegen, verschluckt der Indische Ozean augenscheinlich Tonnen an Wasser. Auch wenn es sich nur um eine optische Täuschung handelt – das Phänomen ist mehr als sehenswert und lässt sich am besten aus der Luft bestaunen.

Chamarel-Wasserfall – Natur und Wandern

Nur unweit der Halbinsel Le Morne befindet sich der Wasserfall Chamarel nahe der gleichnamigen Ortschaft, der ohne Frage einer der schönsten Wasserfälle auf Mauritius und zugleich der höchste ist. Denn hier stürzen die Wassermassen aus einer Fallhöhe von 100 Metern in die Tiefe. Entweder machen Besucher am Parkplatz Halt und bestaunen den Chamarel-Wasserfall von der nahegelegenen Aussichtsplattform oder sie kombinieren den Ausflug mit einer kleinen Wanderung und steuern den Fuß des Wasserfalls an, zu dem sich ein Trampelpfad schlängelt.

Siebenfarbige Erde – Natur

Kombinieren lässt sich der Ausflug zum Chamarel-Wasserfall mit einem Besuch der sogenannten Siebenfarbigen Erde. Dieser Park befindet sich inmitten eines Waldes und ist ein wahres Paradies für Naturliebhaber. Im Wald bietet die „coloured earth“ – eine Art natürliche Plattform – bei gutem Wetter ein beeindruckendes Farbspiel. Wie der Name schon vermuten lässt, schimmert die Erde hier aufgrund von einer vor Millionen von Jahren entstandenen vulkanischen Eruption in den verschiedensten Farbtönen. Im Park kann man zudem zahlreiche Ausflüge unternehmen. Wie wäre es zum Beispiel mit dem Pflanzen eines Baumes im Ebony Forest?

Black River Gorges Nationalpark mit Grand Bassin – Natur, Wandern und Kultur

Naturliebhaber und Wanderfreunde kommen an diesem Highlight von Mauritius nicht vorbei: Der rund 15 Hektar große Black River Gorges Nationalpark lockt mit einem für jedes Fitnesslevel geeigneten Wegenetz von insgesamt 60 Kilometern Länge, atemberaubenden Aussichtspunkten, märchenhafter Landschaft, spektakulären Wasserfällen und reicher Flora und Fauna. Zugang zum Park bieten vier verschiedene Eingänge, der Eintritt ist kostenfrei. Erst beim Besuch einiger der zuvor aufgeführten Sehenswürdigkeiten wie die Siebenfarbige Erde oder den Chamarel-Wasserfall, die sich teilweise im Gebiet des Black River Gorges Nationalparks befinden, werden Gebühren fällig. Die bekannteste Sehenswürdigkeit innerhalb des Parks sind die Alexandra Falls im Süden. Unser Tipp: Am besten lassen sich diese während eines Picknicks im Grünen von einem ausgeschilderten Viewpoint aus bestaunen.

Am östlichen Ende des Black River Gorges Nationalpark befindet sich der heilige See Ganga Talao oder auch Grand Bassin. Hier begegnen einem zahlreiche hinduistische Tempel, Opferschreine und Statuen, denn der Ganga Talao gilt als die bedeutendste Pilgerstätte der Hindus außerhalb Indiens. Besonders Ende Februar und Anfang März, wenn jedes Jahr mehr als eine halbe Million Hindus zu einem Festival hierher pilgern, wird die religiöse Relevanz deutlich.

Rumfabrik und Teeplantagen – Kultur und Kulinarik

Nach den abenteuerlichen Ausflügen im Südwesten von Mauritius, bei denen insbesondere die Natur und Outdooraktivitäten im Vordergrund stehen, bietet sich zur Abwechslung ein Erlebnis der anderen Art an. Vielleicht mögen aufmerksamen Reisenden schon die Zuckerrohrplantagen aufgefallen sein, die einen Großteil der Landwirtschaft auf Mauritius ausmachen. Falls nicht – spätestens nach einer Besichtigung der Rumfabrik Rhumerie de Chamarel bleiben sie in Erinnerung. Hier lernen Besucher etwas über die Geschichte des mauritischen Rums sowie dessen Herstellung und haben im Anschluss – wie sollte es anders sein – die Gelegenheit zu einer kulinarischen Kostprobe. Wer bis hierhin noch keine Mitbringsel für die lieben Daheimgebliebenen gekauft hat: Nun ist der richtige Zeitpunkt.

Fortgesetzt wird die kulinarische Reise auf der sogenannten Route du Thé, der Teeroute von Mauritius, die sich von der Domaine des Aubineaux über Bois Cheri bis nach Saint Aubin erstreckt. Obgleich die saftiggrünen Teeplantagen sonst eher mit Sri Lanka oder Indien assoziiert werden, überrascht auch Mauritius mit dem Anbau der aromatischen Blätter für das beliebte Heißgetränk. Mit etwas Glück entdecken Urlauber unterwegs auf den Plantagen Einheimische beim Pflücken der duftenden Blätter. Am besten lässt sich in die Welt des Tees auf einer speziellen Tee-Tour eintauchen, bei der Interessierte Plantagen begehen, in einer Teefabrik Neues über die Herstellung erfahren, das Heißgetränk verkosten und abschließend in einem kolonialen Gutshaus schlemmen – immer umgeben vom Geruch von Vanille und Kräutern!

Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten im Osten und Südosten von Mauritius

Île aux Cerfs, Blue Bay und Île Des Deux Cocos – Inselhüpfen und Schnorcheln

Eine weitere Aktivität, die bei den Mauritius Ausflugstipps auf keinen Fall fehlen darf, ist ein Tagesausflug auf die unbewohnte Insel Île aux Cerfs, die vor der Ostküste des Landes liegt. Diese Tour kann man auf eigene Faust unternehmen oder bequem einen organisierten Trip buchen, bei dem meist noch ein Barbecue am Strand oder weitere Aktivitäten auf der Insel inkludiert sind. In beiden Fällen starten die Boote ab Trou d’Eau Douce und bringen die Urlauber nach einer kurzen Überfahrt auf die circa 1,2 Kilometer lange Île aux Cerfs. Restaurants und Bars finden sich im Westen und Norden des kleinen Eilands – der perfekte Ort, um bei einem Cocktail die Seele baumeln zu lassen und lokal-kreolische Gerichte zu genießen. Wer ein Stückchen zu Fuß weitergeht, wird an einer der idyllischen Buchten garantiert ein einsames Plätzchen ganz für sich allein finden. Und sollte bei all der Erholung doch mal Langeweile aufkommen, können sich Erlebnissuchende bei zahlreichen Wassersportaktivitäten austoben, die auf der Île aux Cerfs angeboten werden.

Um die Unterwasserwelt von Mauritius zu erkunden, ist die Blue Bay Mauritius im Südosten der Insel ein guter Ausgangspunkt. Während an den Stränden der Blue Bay sowohl Urlauber als auch Einheimische zum Relaxen und Baden zusammenkommen, lassen sich Neugierige mit einem Boot zu den schönen Schnorchel-Spots fahren, von denen es im umliegenden Blue Bay Marine Park einige gibt. Über 38 Korallen- und 72 tropische Fischarten sowie das glasklare Wasser des Marine Parks, der UNESCO Weltnaturerbe ist, bieten die optimalen Voraussetzungen zum Schnorcheln auf Mauritius.

Während die Île aux Cerfs und auch Blue Bay mittlerweile keine Geheimtipps mehr sind, findet man mit der Île des Deux Cocos noch ein wenig besuchtes Paradies vor. Schöne Idee: Die kleine Privatinsel von der Blue Bay aus auf eigene Faust erkunden – einfach ein Kajak ausleihen und lospaddeln!

Autorin: Lisa Pierstorf

Letzte Aktualisierung: 10. März 2022