Aufgrund erneut hoher Infektionszahlen warnt das Auswärtige Amt zurzeit vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Spanien, auch wenn die Einreise nach Spanien seit dem 1. Juli 2020 wieder möglich ist. Das Robert Koch-Institut stuft dabei das ganze spanische Festland sowie die spanischen Inseln als Risikogebiet ein. Es gibt es neue Einreisebestimmungen für Spanien sowie weitere Regeln, die Sie vor und während einer möglichen Reise beachten müssen. Wir haben die wichtigsten Fragen für Sie zusammengetragen und werden diese regelmäßig aktualisieren.

Wie ist die aktuelle Covid-19-Situation in Spanien?

Spanien ist eines der am stärksten vom Coronavirus betroffenen Länder. Die regionalen Infektionsherde sind vor allem in den Autonomen Gemeinschaften Aragón, Kantabrien, Kastilien und Léon, La Rioja, Navarra, im nördlichen Baskenland, in Melilla, in der Hauptstadtregion Madrid sowie auf den kanarischen Inseln. Hier sind vor allem die Inseln Gran Canaria und Lanzarote betroffen. Auf der beliebten Urlaubsinsel Mallorca ist insbesondere die Hauptstadt Palma de Mallorca stark vom Coronavirus beeinflusst. Landesweit liegt die Inzidenz in Spanien über der Grenze von 50 pro 100.000 Einwohnern. In der jetzigen Phase 3 des Exit-Plans in Spaniens sind Hotels und andere Unterkünftige unter strengen Hygieneauflagen wieder geöffnet. Ebenfalls Geschäfte und Restaurants in spanischen Regionen, die sich in Phase 3 befinden, haben wieder geöffnet, jedoch müssen gastronomische Betriebe um 01:00 Uhr nachts schließen.

Welche Einreisebestimmungen muss ich in Spanien beachten?

Die Einreise nach Spanien ist seit dem 1. Juli 2020 wieder möglich mit einem entsprechenden ausgefüllten Online-Formular. Hier wird ein QR-Code generiert, der bei der Einreise in Spanien vorgezeigt werden muss. Sie können diesen Code auch über die SpTH-App erzeugen. Dieser Code kann frühestens 48 Stunden vor der geplanten Einreise erstellt werden. Jede Person muss ihren eigenen QR-Code generieren und die Anmeldung erfolgt separat. An den spanischen Grenzen erfolgt eine umfassende Gesundheitskontrolle, die je nach gesundheitlicher Auffälligkeit der Person intensiver durchgeführt wird. Reisende müssen zudem eine Passenger Location Card (PLC) ausfüllen und dabei über mögliche Coronavirus-Symptome sowie ihren Aufenthaltsort in Spanien Auskunft geben. Kreuzfahrtschiffe dürfen weiterhin nicht an den spanischen Häfen anlegen.

Die Regeln bezüglich möglicher Beschränkungen können in den verschiedenen autonomen Gemeinschaften wie den Balearen oder den Kanarischen Inseln abweichen.

Wie reise ich derzeit von Deutschland am besten nach Spanien an?

Die größten Flughäfen in Spanien in Madrid und Barcelona sind genauso wie die Flughäfen in Valencia und Málaga mit geringeren Kapazitäten geöffnet. An den spanischen Flughäfen gelten zahlreiche Verhaltensregeln wie Hygiene- und Abstandsregeln sowie eine generelle Maskenpflicht. Das Flugangebot von Deutschland nach Spanien ist derzeit noch eingeschränkt.

Das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln in Spanien (Flug-, Schienen, Straßen- und Schiffsverkehr) sind unter Einschränkungen verfügbar. Hier gilt eine allgemeine Maskenpflicht.

Welche Hygienevorschriften muss ich beim Urlaub in Spanien beachten?

In Spanien gilt ein vierstufiger Plan zur Wiederaufnahme des Alltags. In den meisten Regionen Spaniens gilt Phase 3, wodurch die Bewegungsfreiheit grundsätzlich nicht eingeschränkt ist. In einzelnen Regionen kann es aufgrund der aktuell steigenden Infektionszahlen lokal zu größeren Einschränkungen kommen. Es gilt eine generelle Maskenpflicht im öffentlichen Raum innerhalb sowie außerhalb geschlossener Räume, also auch im Freien unabhängig vom Abstand zu anderen Personen. Ausnahmen bestehen bei Aktivitäten wie Sport oder am Strand, hier muss keine Maske getragen werden. Wobei hier die örtlichen Regelungen in den Regionen abweichen können. Weiterhin gilt ein landesweites Rauchverbot an Orten in Spanien, an denen der Mindestabstand (2 m) nicht eingehalten werden kann. Auch darf kein Alkohol im Freien konsumiert werden. Treffen in öffentlichen und privaten Räumen sollten die Anzahl von 5 bis 10 Personen (je nach regionaler Infektionslage) nicht überschreiten. Die Menschen in Spanien werden dringend aufgerufen, sich nicht mit Personen aus anderen Haushalten zu treffen.

Am 09.10.2020 hat die spanische Zentralregierung für die „Comunidad Autónoma“ Madrid einen Lockdown (einschließlich der Hauptstadt und der neun umliegenden Städte) angeordnet, der erstmal für 14 Tage gültig ist. Wegen des sehr starken Anstiegs von COVID-19-Neuinfektionen wurden alle Gebiete der Hauptstadt unter eine flächendeckende Quarantäne gestellt. Die betroffenen Gebiete dürfen nur noch aus den folgenden Gründen verlassen werden: für den Weg zur Arbeit, für die Inanspruchnahme von medizinischer Hilfe oder um Kinder in die Schule zu bringen (hierfür wird eine Nachweisbescheinigung benötigt, abrufbar unter Modelo de justificante/certificado para entrada y salida de zonas de movilidad restringida por motivos laborales). In der gesamten Autonomen Gemeinschaft Madrid dürfen maximal sechs Personen zusammenkommen.

Muss ich mich bei der Rückkehr nach Deutschland testen lassen?

Da ganz Spanien vom Robert Koch-Institut als Risikogebiet eingestuft wurde, müssen sich Reisende bei Rückkehr aus Spanien unverzüglich in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Um diese Quarantäne zu umgehen ist es Reiserückkehrern möglich, ein negatives Testergebnis vorzuzeigen. Der SARS-CoV-2-Test muss innerhalb von 48 Stunden vor Abreise in einem EU-Mitgliedsland oder in einem hier aufgeführten Land durchgeführt worden sein. Alternativ können sich Reiserückkehrer auch innerhalb der ersten 72 Stunden nach Ankunft in Deutschland kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Vor der direkten Einreise aus einem Risikogebiet müssen Reisende zudem eine „Aussteigekarte“ ausfüllen, die dann an die zuständige Gesundheitsbehörde im Wohn- bzw. Zielort der Person übermittelt werden muss.

Letzte Aktualisierung: 12. Oktober 2020