Die Insel La Réunion liegt im Indischen Ozean etwa 700 Kilometer vor der Ostküste Madagaskars und 200 Kilometer westlich von Mauritius. Durch ihre Zugehörigkeit zu Frankreich ist die Vulkaninsel der südlichste Punkt Europas. Ihre abgeschiedene Lage hat der Insel eine einzigartige und besondere Flora und Fauna beschert. Besonders für Naturfreunde, die im Urlaub auf der Suche nach Abenteuern und Abwechslung sind, ist La Réunion das ideale Reiseziel.

Vulkaninsel La Réunion

Die Insel im Indischen Ozean entstand vor etwa drei Millionen Jahren aufgrund von vulkanischer Aktivität. Noch heute prägen die gigantischen Vulkankegel des Piton des Neiges und des Piton de la Fournaise das Bild der Insel. Dabei kommt dem Piton de la Fournaise eine besondere Rolle zu, da er zu den aktivsten Vulkanen der Erde zählt und mit seinen Eruptionen die Landschaft der Insel immer wieder neu gestaltet. Sein bisher letzter Ausbruch ereignete sich im Februar 2020 und dauerte mehrere Tage.

Die Vulkane haben die Natur von La Réunion auf mehrere Arten geprägt. Zum einen formen sie die Insel im wahrsten Sinne des Wortes. Steile Berghänge, tiefe Talkessel und weite Hochebenen machen La Réunion zu einem wahren Paradies für Wanderer, Kletterer und Outdoor-Fans. Hier können Reisende wundervolle Landschaften ganz aktiv erleben. Egal ob zu Fuß, mit dem Moutainbike oder bei Ausritten zu Pferd. Besonders im Talkessel von Cilaos gibt es ein großes Angebot für sportbegeisterte Naturfreunde. Und dank des französischen Kolonialerbes von La Réunion können sie sich nach einem erlebnisreichen Tag in der wilden Natur auf kulinarische Genüsse am Abend freuen. Weiterhin bieten die mineralischen Böden, die aus der Lava der Vulkane hervorgehen, beste Bedingungen für eine reiche und dichte Vegetation. Diese wiederum erlaubt die Existenz einer vielfältigen und einzigartigen Tierwelt – bei einem Urlaub auf La Réunion gibt es also viele Wunder der Natur zu entdecken.

Berglandschaft in der Nähe des Vulkans Piton des Neiges auf der französischen Vulkaninsel La Réunion.
Der Vulkan Piton de la Fournaise auf der französischen Insel La Réunion.

Urwald und Hochebenen

La Réunion wurde erst im 17. Jahrhundert besiedelt und diente damals als Anbaugebiet für Zuckerrohr und Bourbon-Vanille. Ein Großteil der zugänglichen Gebiete wurde für die Plantagenwirtschaft und den Siedlungsbau benutzt. Diese Flächennutzung ging mit einem Raubbau an der wundervollen Natur einher. Mittlerweile hat jedoch ein Umdenken stattgefunden und die Natur wird als eine der schönsten und wichtigsten Ressourcen der Insel wahrgenommen. Mit vielfältigen Maßnahmen versucht die Regierung, die Ursprünglichkeit wiederherzustellen bzw. zu erhalten.

So ist heute etwa ein Drittel der Insel von einheimischen, sogenannten endemischen Pflanzen bewachsen. Insgesamt zählt La Réunion knapp 800 endemische Tier- und Pflanzenarten, die nur auf der Insel heimisch sind. Besonders im Forêt de Bébour, einem wilden Urwald, lassen sich viele dieser Pflanzen und Tiere entdecken. Der Forêt de Bébour liegt auf einer zentralen Hochebene auf 1300 Meter Höhe in der Nähe des Städtchens Saint-Benoît im Umland des Piton des Neiges. Er erstreckt sich auf einer Fläche von über 60 Quadratkilometern und ist Teil des im März 2007 eingerichteten Nationalparks Parc National de La Réunion. Dieser gehört seit 2010 zum Weltnaturerbe der UNESCO und umfasst eine Fläche von rund 1050 Quadratkilometern. Damit bedeckt er gut 40 Prozent der Gesamtfläche von La Réunion.

Die Cirque de Salazie in der Nähe des Piton des Neiges auf der Insel La Réunion.

Die Tierwelt von La Réunion

Die Tierwelt auf der Insel ist ähnlich vielfältig und einzigartig wie die Natur. Dabei wurden im Zuge der Besiedelung einst viele Tierarten wie Ratten, Katzen und Hunde nach La Réunion gebracht, die zur Ausrottung diverser heimischer Arten geführt haben. Eines der Opfer dieses Prozesses ist der Dodo. Auch die Grüne Schildkröte wurde durch die Besiedelung La Réunions vom Land vertrieben. Im Gegensatz zum Dodo hatte die Schildkröte das Glück, dass sie durch ihre Lebensweise im Wasser auch auf andere Inseln ausweichen konnte. Seit die Niststrände der Schildkröten geschützt sind, kommen sie langsam nach La Réunion zurück.

Eine wichtige Institution für den Schutz der Meeresschildkröten ist das Forschungszentrum Kélonia nahe dem Städtchen Saint-Leu an der Westküste von La Réunion. Hier können Besucher Wissenswertes zur Situation der Schildkröten und zu praktischen Schutzmaßnahmen erfahren. Und mit einer guten Portion Glück können sie zudem Zeuge werden, wie Babyschildkröten schlüpfen. Kélonia hat einen eigenen, geschützten Strandabschnitt an der Westküste eingerichtet, in den die Gelege von Meeresschildkröten transferiert werden. So wird sichergestellt, dass weder Räuber noch ungünstige Witterungsverhältnisse wie Flutwellen die Eier bedrohen.

Whale Watching an der Küste der französischen Insel La Réunion.

Von Juni bis Oktober gibt es in den Gewässern um La Réunion außerdem ein anderes besonderes Spektakel zu beobachten. Dann bringen die Buckelwale hier ihre Jungen zur Welt. Die beeindruckenden Tiere kommen aus der Antarkis in den Indischen Ozean, wo sie in den milden Temperaturen ideale Bedingungen für die Babywale finden. Von der Westküste La Réunios aus finden in dieser Zeit Bootstouren zum Whale Watching statt. Dabei wird besonderes darauf geachtet, dass die Boote den Walen nicht zu nahekommen, um die sensiblen Tiere nicht zu stören.

La Réunion ist ein wunderbares Reiseziel für anspruchsvolle Individualreisende, die auf der Suche nach einzigartigen Naturerlebnissen sind. Die spannenden Kontraste machen die Insel zu einem Paradies für Tier- und Naturliebhaber.

Letzte Aktualisierung: 16. April 2020