Karibisch anmutende Küstenstreifen, charmante Hafenstädte und weiß gefärbte Häuser – Die Charakteristika der beliebten Urlaubsregion Apulien in Süd-Ost-Italien und ihre Lage auf der Karte – im Stiefelabsatz – könnten nicht mehr kontrastieren: Denn mit lediglich 1,5% Gebirge bildet Apulien die flachste Region Italiens. Apulien als “flach” zu bezeichnen liegt allerdings so fern wie Stiefelabsatz von -saum – zumindest was die landschaftliche Fülle, die geschichtsträchtigen Sehenswürdigkeiten Apuliens und die lebendigen Städte dieser sonnenverwöhnten Region betrifft. Wir stellen Apuliens Highlights vor – von Nationalparks über Strände bis hin zu sehenswerten Städten beweisen Apuliens Sehenswürdigkeiten die Vielseitigkeit der Region. Hier findet ein jeder seinen Wohlfühlort zum Sonnetanken.

Apuliens Kulturschätze – Städte, die sich sehen lassen

Bari, Apuliens Hauptstadt

La Dolce Vita – die Lebensfreude, die einem in Apuliens Landeshauptstadt Bari entgegenschlägt, ist allemal ansteckend, in Anbetracht der malerischen Lage der Stadt an der Adria allerdings wenig verwunderlich. Einheimische wie Besucher werden hier von sonnigem Wetter und mediterranem Flair verzaubert, der der größten Stadt Apuliens einen ganz eigenen Charme verleiht. Dazu, dass Urlauber sich diesem kaum entziehen können, tragen auch die Sehenswürdigkeiten Baris bei, zu denen unter anderem die Altstadt Baris, die Bari Vecchia, zählt. Hier werden Gäste von engen Gässchen umschlungen, inmitten derer die Basilika San Nicola aus dem 11. Jahrhundert emporragt. In der bedeutenden Pilgerstätte sind die Überreste des Heiligen Nikolaus aufbewahrt. Eine weitere bedeutende Apulien Sehenswürdigkeit ist das Castello Normanno-Svevo aus dem 12. Jahrhundert, das Urlaubern das Gefühl vermittelt, sie wären nicht nur an einen anderen Ort, sondern auch in längst vergangene Zeiten gereist: Ihre befestigten Wälle und Gewölbesäle versprühen eine mittelalterliche Atmosphäre und bieten einen Kontrast zu den romanischen Kirchen der Hafenstadt. Das Erklimmen des Hohenstaufenturms sowie der Mauern von Aragon belohnt mit einem einzigartigen Blick: Das glitzernde Meer, das in der Ferne mit der Stadt verschmilzt, lässt Urlaubsfeeling ins Herz fließen.

Polignano a Mare, die Perle der Adria 

Türkis schimmerndes Meerwasser, steile Kalksteinklippen und typisch weiß gefärbte Häuschen: Dies und noch viel mehr macht das verträumte Städtchen Polignano a Mare zu einem wahren Touristenmagnet. Niemand, der die fjordähnliche Bucht ansteuert, stellt sich noch die Frage, aus welchem Grund das Städtchen an der Adria sich einer solch großen Beliebtheit erfreut und von vielen als das Apulien Highlight schlechthin bezeichnet wird. Hier finden Besucher nicht nur landschaftliche Schönheit vor, sondern auch das pure Leben: Während leidenschaftliche Taucher zu Unterwasser-Abenteuern in den Höhlen der Bucht aufbrechen, machen sich Klippenspringer die natürlichen Sprungbretter zu nutze. All jene, die sich im Urlaub mehr Ruhe wünschen, kommen an diesem magischen Ort dennoch nicht zu kurz: Durch die Porta Vecchia gelangen Gäste in die Altstadt, die mit ihren schmalen Gässchen und Aussichtsterrassen besticht. Von hier oben kann das Geschehen an der Küste mit Abstand betrachtet werden. Allein der idyllische Blick über das kristallklare Meer rechtfertigt die Entscheidung für den Besuch des charmanten Küstenstädtchen.
Wer sich an Apuliens Küstenstädtchen nicht sattsehen kann, sollte sich unbedingt noch auf den Weg in den nahe gelegenen Ort Monopoli machen: Hier warten nicht nur Altstadt und Hafen, sondern auch die Grotte di Castellana, eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Apulien. Auf einer begleiteten Wanderung können Gäste die vor fast hundert Millionen Jahren entstandenen Höhlen genau unter die Lupe nehmen – die verschiedenen Farbnuancen und Formen im Inneren lassen voller Inspiration vom Dunkeln ins Helle treten.

Die Stadt Polignano a Mare an der Adria gehört zu den Highlights Apuliens.

Brindisi 

Aufgrund des Flughafens ist sie oft Ausgangspunkt für eine Reise durch Apulien, doch ob man von der Stadt Brindisi sofort aufbrechen möchte, sollte man sich zweimal überlegen. Die malerische Hafenstadt hat – abgesehen vom idyllischen Hafen Porto di Brindisi mit seinen Restaurants und Cafés – noch eine Reihe von anderen Apulien Sehenswürdigkeiten zu bieten – kein Wunder, ist Brindisi doch die älteste Stadt der Region. Besonders Geschichtsinteressierte werden sich an den sakralen Sehenswürdigkeiten nicht satt sehen können: Eine davon ist die Kirche Santa Maria del Casale mit ihren beeindruckenden Fresken aus dem 13. Jahrhundert, um die sich eine Vielzahl von Geschichten und Legenden ranken. Besuchermagnete sind darüber hinaus auch die beiden Schlösser Svevo und das Castello Aragonese.

Alberobello

Das Dörfchen Alberobello ist wirklich fantastisch – und das im wahrsten Sinne des Wortes! Schlendert man durch die liebevollen Gässchen des kleinen Städtchens, kommt schnell das Gefühl auf, sich in der Kulisse eines Märchenfilms verirrt zu haben. Die Trulli, wie sich die weißen Häuschen mit den kegelförmigen Dächern nennen, erinnern an Zipfelmützen und nesteln sich zwischen Olivenhainen und Weingärten. Sich dem Charme dieses Dörfchens zu entziehen ist eine Sache der Unmöglichkeit. Das sah auch die UNESCO so, die Alberobellos Trullis 1996 in die Liste der Weltkulturerbestätten aufnahm. In den meisten Gassen mit Trullis befinden sich mittlerweile Restaurants oder Souvenirläden, doch einige der fantasievollen Häuschen werden noch immer bewohnt, vermehrt jedoch von der älteren Generation. Auch in den umliegenden Orten Rione Monto und Aja Piccola können die Trullis aufgespürt werden – auch hier werden sie zum Magnet für Touristen aus aller Welt.

Ein wahres Highlight Apuliens ist die Stadt Alberobello mit ihren weiß getünchten Trulli-Häusern.

Lecce

Herzlich Willkommen im Florenz des Südens! Der Grund, aus dem Lecce gerne mit dem Florenz des Barock verglichen wird, sind die vielen Gebäude aus dieser Epoche. In Lecce lässt sich der sogenannte Lecceser Barock vorfinden, eine besondere Variante des Barocks, der in dieser geschichtsträchtigen Stadt seit dem siebzehnten Jahrhundert verbreitet ist. Alle Architektur- und Geschichtsinteressierten dürfen Lecce bei einem Urlaub in Apulien keinesfalls auslassen: Die verwinkelte Altstadt, die imponierende Basilica Santa Croce, allen voran aber das antike Amphitheater sorgen für aufgerissene Augen und Münder. Alle Shopping-Fans und Gourmets brauchen allerdings nicht den Kopf in den Sand stecken – so oder so ist der Strand noch 12 Kilometer entfernt –, denn auch für sie verwandelt sich Lecce in ein Schlaraffenland: In der Via Giuseppe Libertini warten Restaurants, Vinotheken und süße Boutiquen darauf, entdeckt zu werden.

Apuliens Highlights in der Natur – diese Nationalparks sind einen Besuch wert!

Alta Murgia Nationalpark

So charmant Apuliens Küstenstädte auch auch sein mögen: Nach einer langen Zeit in der Stadt schreien Körper und Geist regelrecht nach Erholung. Und wo findet man Ruhe und Entspannung, wenn nicht inmitten schöner Landschaften? Apulien wurde von Mutter Natur alles andere als vernachlässigt und zeigt sich seinen Gästen von bester Seite. Im Nationalpark Alta Murgia, auf italienisch Parco nazionale dell’Alta Murgia, erstrecken sich auf einer beachtlichen Größe von 680 km² nicht nur Naturjuwele, sondern auch Fundstücke aus der Antike. Inmitten der artenreichen Flora und Fauna der Kalkhochebene, in der der Nationalpark liegt, erhebt sich die Schluchtenstadt Gravina in Puglia. Die Stadt wird von kilometerlangen Kalksteinschluchten umsäumt und offenbart mit dem Aquädukt über der 100 Meter tiefen Schlucht einen Anblick, der sich tief ins Gedächtnis brennt. Der Ursprung Gravinas kann bis um 300 v. Chr. zurückgeführt werden; zu der Zeit besiedelten die Griechen Süditalien. Ein weiteres Apulien Highlight und Schmuckstück des Alta Murgia Nationalparks ist das Castel del Monte, eine Burg aus dem 13. Jahrhundert, die zum Weltkulturerbe zählt und einen atemberaubenden Ausblick bietet: Der Nationalpark auf der einen Seite und die Adria auf der anderen Seite.

Gargano Nationalpark

Dem Stiefelabsatz nach oben in Richtung Norden zu folgen, lohnt sich allemal: Hier erstreckt sich auf der gleichnamigen Halbinsel Gargano Italiens größter Nationalpark – ein wahres Schlaraffenland für all jene, die sich nicht zwischen Wasser und Land entscheiden können. Auf 118000 Hektar lockt der Gargano Nationalpark mit zahlreichen Wander- und Radwegen, die entlang der malerischen Küste führen und sich durch Pinien- und Buchenwälder und verschlafene Dörfchen schlängeln. Einer der Höhepunkte dieser sehenswerten Naturoase ist zweifelsohne das ehemalige Fischerdörfchen Vieste, dessen mittelalterliche Altstadt auf Klippen ins Adriatische Meer ragt und einen fast unwirklichen Anblick bietet. Von der Stadt Gargano aus gelangen Besucher mit der Fähre zu den drei kleinen ebenfalls dem Nationalpark zugehörigen Tremiti Inseln, von denen nur zwei bewohnt sind. Hier können sich alle Wasserfreunde austoben: Die winzigen Eilande bieten sich geradezu an für Bootstouren und Schnorchel- und Tauchausflüge.

Der Gargano Nationalpark in Apulien ist der größte Nationalpark Italiens.

Apuliens Entspannungsoasen – die schönsten Strände

Lama Monachile Cala Porto 

Es ist wohl das meistfotografierte Bild und eines der beliebtesten Highlights Apuliens; der Strand Lama Monachile Cala Porto in Polignano a Mare. Der malerische Küstenabschnitt, der von den charakteristisch steilen Klippen und den typisch weißen Häusern eingerahmt wird, verzaubert Besucher innerhalb von Sekunden. Hier springt einem das Leben förmlich entgegen! 

Spiaggia del Pizzomunno 

Der Spiaggia di Pizzomunno bei Gargano wird von der weißen Klippe überragt, auf der die Altstadt von Vieste thront. Da das Küstenstück flach abfallend und feinsandig ist, wird der Strand vor allem für Familien zum Apulien Highlight. Hier ist Sonnenbaden und Sightseeing in einem möglich: Denn den drei Kilometer langen Strand schmückt der berühmte Pizzomunno-Monolith, der einer Legende nach einen Jüngling darstellen soll, der von eifersüchtigen Sirenen versteinert wurde.

Der Strand Spiaggia di Pizzomunno bei Gargano in Apulien liegt unterhalb der Stadt Vieste.

Baia della Zagare

Wer auf der Suche nach einer ruhigen Bucht ist, die zudem noch unangetastet ist, sollte sich den Namen Baia della Zagere unbedingt merken. Der naturbelassene Strand kann nach einer kleinen Wanderung oder über das Wasser erreicht werden und ist eingerahmt von imposanten Felsen aus Kalkstein. Ein Hauch von Mystik macht diesen Strandabschnitt mit seinen steilen Klippen und geheimnisvollen Grotten zu einer Apulien Sehenswürdigkeit, die unbedingt auf die Bucket List muss!

Autorin: Berit Sellmann

Letzte Aktualisierung: 14. Juli 2021