300 Sonnentage im Jahr, bizarre Vulkanlandschaften, traumhaft lange Sandstrände, wilde Küsten und charmante spanische Dörfer – die kanarischen Inseln vor der Nordwestküste Afrikas sind ein äußerst beliebtes, ganzjähriges Reiseziel. Durch ihre Vielseitigkeit locken die sieben Hauptinseln Teneriffa, Fuerteventura, Gran Canaria, Lanzarote, La Palma, La Gomera und El Hierro sowohl Badeurlauber als auch Aktivreisende, Kultur- und Naturinteressierte an. Doch welche Kanaren-Insel ist nun das perfekte Reiseziel für welche Art von Urlaub? Wir geben einen Überblick und stellen die Inseln des ewigen Frühlings vor.

Der Pico del Teide ist die höchste Erhebung auf der Insel Teneriffa.

Teneriffa, Insel der Superlative

Die größte der sieben kanarischen Hauptinseln ist Teneriffa. Sie liegt zentral in der Mitte der Inselgruppe und verfügt als beliebtes Reiseziel über eine sehr gute touristische Infrastruktur. Während der trockene Süden mit traumhaften Stränden Badeurlauber und Wassersportler anzieht, lockt der grüne Norden mit dem Anaga-Gebirge Aktivurlauber an. Wanderer und Naturliebhaber kommen auf im Zentrum der Insel auch ihre Kosten: Hier erhebt sich der imposante Pico del Teide – mit 3718 Metern der höchste Berg Spaniens und der dritthöchste Vulkan der Erde. Wer das Wahrzeichen der Insel erklimmen möchte, benötigt eine Genehmigung – denn ein Tageslimit an Besuchern soll die Natur am Berg schützen. Die Genehmigung ist kostenlos bei der Verwaltung des Teide Nationalparks zu erhalten. Der Nationalpark insgesamt ist von der UNESCO geschützt – so wie dank 43 ausgewiesener Naturschutzgebiete fast die Hälfte der Insel.

Ein weiteres UNESCO-Welterbe finden Kulturinteressierte in La Laguna. Die Altstadt begeistert mit kolonialer Architektur und lädt zum Schlendern ein. Die Hauptstadt Teneriffas präsentiert sich hingegen modern und lebendig – Santa Cruz hat ein buntes Nachtleben und nach Rio de Janeiro den zweitgrößten Karneval der Welt. Weiterhin finden Urlauber auf Teneriffa im bekannten Loro Parque und dem von Tripadvisor zum besten Wasserpark der Welt ausgezeichneten Siam Park reichlich Abwechslung. Ebenfalls nicht verpassen sollten Reisende einen Ausflug an die Südwestküste, wo beeindruckende Steilküsten bestaunt und bis zu 25 Walarten – darunter Orcas und Blauwale – entdeckt werden wollen. Nicht zuletzt schlägt neben Wanderern, Surfern, Familien, Natur- und Tierliebhabern auch das Herz von Golfern auf Teneriffa höher: Auf der Insel finden sich acht Golfplätze, die zum Teil von professionellen Golfern mit entworfen wurden.

Highlights auf Teneriffa

  • Der Teide Nationalpark, UNESCO Welterbe, mit dem Pico del Teide, Spaniens höchstem Berg
  • Die Altstadt von La Laguna, die ebenfalls zum UNESCO-Welterbe zählt
  • Walbeobachtungen im Südwesten der Insel

Teneriffa ist das perfekte Reiseziel auf den Kanaren für:

Familien, Badeurlauber, Aktivurlauber (Surfen, Golfen, Wandern), Party

Ein Sandstrand auf der kanarischen Insel Fuerteventura.

Fuerteventura, die Karibik der Kanaren

Das paradiesische Fuerteventura, das zweitgrößte Eiland der Inselgruppe, ist die Karibik der Kanaren. Die flache Insel, die am östlichsten und somit vor der Küste Afrikas liegt, ist seit 2009 ein UNESCO-Biosphärenreservat. Während das Landesinnere von einer kargen Vulkanlandschaft gezeichnet ist, laden 150 Kilometer weiße Sandstrände und smaragdgrünes Wasser zum Baden und zum Wassersport ein, ob Wind- oder Kitesurfen, Wellenreiten, Kayakfahren oder Schnorcheln. Die Westküste präsentiert sich dabei mit skurrilen und beeindruckenden Gesteinsformationen als rau und wild, der Norden lädt zum erholsamen Badeurlaub ein. Hier an der nördlichen Inselspitze liegt auch die vom Meer umgebene, charmante Hafenstadt Corralejo. Die Touristenhochburg lädt mit zahlreichen Restaurants, Bars und Geschäften zum Flanieren ein.

Highlights auf Fuerteventura

  • Die Sanddünen im Parque Natural de las Dunas de Corralejo, das größte Dünengebiet der Kanaren
  • Die zahlreichen, typisch kanarischen Windmühlen im Landesinneren

Fuerteventura ist das perfekte Reiseziel auf den Kanaren für:

Wassersportler (insbesondere Surfer), Badeurlauber

Die bekannten Sanddünen von Maspalomas auf Gran Canaria.

Gran Canaria, der Allrounder

Die Vielfalt eines Kontinents auf einer Insel – das bietet Gran Canaria, die drittgrößte Insel der Kanaren. Das Wahrzeichen des Eilands sind die Dünen von Maspalomas, die sich über eine Länge von sechs Kilometern und eine Breite von zwei Kilometern erstrecken und einen regelrechten Abstecher in die Wüste erlauben. Insgesamt laden auf Gran Canaria 60 Kilometer Strand auf einer Küstenlänge von 236 Kilometern zum Sonnenbaden und zum Wassersport ein. An der Südküste am Strand Playa del Inglés, der dank des flachen Einstiegs sehr beliebt bei Familien ist, trifft das entspannte Strandleben auf eine bunte Partyszene. Ebenfalls lebendig präsentiert sich die Hauptstadt Las Palmas im Norden der Insel. Sandstrände, Boutiquen, Einkaufszentren, Cafés, Bars, Restaurants sowie die malerische Altstadt prägen die mit 400.000 Einwohnern größte Stadt der Kanaren.

Neben Kulturinteressierten, Badeurlaubern und Wassersportlern bietet Gran Canaria auch Naturliebhabern alles, was das Herz begehrt. Insgesamt zählt die Insel 33 Naturschutzgebiete, die verschiedene Mikroklimata, spannende Felsformationen und zahlreiche endemische Pflanzen und Tierarten beherbergen. Der Westen der Insel ist gar ein UNESCO-Biosphärenreservat. Das Herz der Insel bildet der 1404 Meter hohe Roque Bentayga mit einer Bergkulisse aus dem Bilderbuch. Der höchste Ort der Insel ist das Bergdorf Artenara, das auf 1200 Metern Höhe liegt und für seine Höhlenwohnungen bekannt ist. Zu guter Letzt finden auch Erholungssuchende in den vielen Spas und Wellnesszentren auf Gran Canaria eine wohlverdiente Auszeit.

Highlights auf Gran Canaria

  • Die wüstenähnlichen Dünen von Maspalomas, das Wahrzeichen der Insel
  • Las Palmas, die größte Stadt der Kanaren

Gran Canaria ist das perfekte Reiseziel auf den Kanaren für:

Badeurlauber, Familien, Kulturinteressierte, Aktivurlauber (Wandern, Mountainbiken, Reiten, Wassersport, Golf), Party

Weinfelder auf der kanarischen Insel Lanzarote.

Lanzarote, die schwarz Perle

Die viertgrößte Insel der Kanaren lässt Reisende in eine andere Welt eintauchen. Lanzarote, die sogenannte schwarze Perle, erscheint wild und mystisch. Bereits seit 1993 werden die faszinierenden, kargen Kraterlandschaften der über 100 Vulkane der Insel als UNESCO-Biosphärenreservat geschützt. Besonders sehenswert ist der Timanfaya Nationalpark, der eine einzigartige geografische Beschaffenheit aufweist. Feuerberge, Lavafelder und Krater zeichnen hier eine mondartige Landschaft. Auch an der Küste sind über die Jahrhunderte pechschwarze Lavastrände entstanden – doch ebenso bietet die Insel weiße Sandstrände. Nicht entgehen lassen sollten sich Reisende auf Lanzarote zudem einen Abstecher nach La Geria, ein Weinanbaugebiet, das größte der Kanaren, mitten in den Lavabergen. Taucher erfreuen sich auf der Kanareninsel am größten Unterwasser-Skulpturenpark Europas.

Highlights auf Lanzarote

  • Eine mondartige Landschaft im Timanfaya Nationalpark
  • La Geria, das größte Weinanbaugebiet der Kanaren

Lanzarote ist das perfekte Reiseziel auf den Kanaren für:

Natur- und Weinliebhaber, Taucher

Eine Sternwarte auf der Insel La Palma.

La Palma, die Romantische

La Palma reiht sich als fünftes Eiland in die Inselkette der Kanaren ein. Die „Schöne“, wie sie auch genannt wird, ist zu 40 Prozent mit Wald bedeckt und dank eines über 1000 Kilometer langen Wegenetzes ein wahres Wanderparadies. Obwohl die seit 2002 als UNESCO Biosphärenreservat erklärte Insel weniger für Badestrände bekannt ist, finden Reisende auch hier Badebuchten, Naturschwimmbecken und schwarze Sandstrände. Der wesentliche Grund, weshalb Urlauber ihren Weg nach La Palma finden, ist jedoch ein anderer: Durch eine Höhenlage von über 2000 Metern, eine dünne Besiedlung und damit einhergehend wenige künstliche Lichtquellen ist die Insel prädestiniert für Sternenbeobachtungen. Ob in den zahlreichen Sternwarten oder unter freiem Himmel – der Blick in den dunklen Nachthimmel und auf die Milchstraße, die mit bloßem Auge sichtbar ist, verspricht Romantik pur. Die „Insel der Sterne“ wird seit 2012 als UNESCO Starlight Reserve geschützt.

Highlights auf La Palma

  • 1000 Kilometer Wanderwegenetz
  • Sternbeobachtungen unter freiem Himmel oder in einer der zahlreichen Sternwarten

La Palma ist das perfekte Reiseziel auf den Kanaren für:

Astronomie-Interessierte, Romantiker, Naturliebhaber, Wanderer

Der Garajonay Nationalpark auf der Insel La Gomera.

La Gomera, die grüne Wanderinsel

Märchenhaft und abseits des Massentourismus geht es auf La Gomera, der zweitkleinsten Insel der Kanaren, zu. Die Anreise erfolgt mit der Fähre ab der Nachbarinsel Teneriffa. Der Norden La Gomeras präsentiert sich grün und fruchtbar, während der Süden mit traumhaften Stränden auf Reisende wartet. Höhenunterschiede von über 1000 Metern haben auf der Insel unterschiedliche Vegetationszonen entstehen lassen, durch die ein 650 Kilometer langes Wandernetz führt. Im Zentrum der seit 2011 als UNESCO Biosphärenreservat geschützten Insel liegt das Herz La Gomeras – der Garajonay Nationalpark. Auf verschlungenen Pfaden tauchen Wanderer hier in einen 1000 Jahre alten Lorbeerwald ein. Der immergrüne Nebelwald, ein prähistorischer Waldtyp und ein weltweit einzigartiges Ökosystem, zaubert mit tiefen Schluchten, erfrischenden Wasserquellen und einem grünen Moosteppich eine märchenhafte Atmosphäre.

An der Küste bietet das klare Meerwasser Reisenden zudem eine sehr große Chance, einen Blick auf imposante Meerestiere zu erhaschen: Rund 20 verschiedene Walarten lassen sich vor La Gomera beobachten. Auch ein UNESCO-Welterbe hat das grüne Paradies zu bieten – die Pfeifsprache Silbo Gomero, die seit Tausenden von Jahren auf La Gomera verwendet wird, zählt seit 2009 zum immateriellen Erbe der Menschheit. Seit 1999 wird El Silbo sogar an den Schulen unterrichtet – als einzige Pfeifsprache der Welt.


Highlights auf La Gomera

  • Garajonay Nationalpark mit einem 1000 Jahre alten, märchenhaften Lorbeerwald
  • Walbeobachtungen

La Gomera ist das perfekte Reiseziel auf den Kanaren für:

Wanderer, Naturliebhaber, Walbeobachtungen

Ein Felstor auf der kanarischen Insel El Hierro.

El Hierro, das unbekannte Juwel

Die kleinste der sieben kanarischen Hauptinseln ist El Hierro. Auf dem ursprünglichen Eiland scheint fern des Massentourismus die Zeit stehen geblieben zu sein: Autobahnen, größere Vergnügungsparks oder Einkaufszentren, geschweige denn einen Flughafen suchen Reisende hier vergebens – die Anreise erfolgt per Fähre ab Teneriffa oder Gran Canaria. Dafür zieht die üppige Vegetation der Insel, deren Einzigartigkeit von der UNESCO geschützt wird, Naturliebhaber magisch an. Fruchtbare Täler, in denen Wein- und Obstanbau betrieben wird, Lavalandschaften, steile Felswände und märchenhafte Kiefernwälder prägen das Landschaftsbild.

Außerdem kommen auf El Hierro Taucher und Schnorchler auf ihre Kosten – fast 50 spannende Spots, an denen Reisende dank großer Sichtweiten in die vielfältige Unterwasserwelt vulkanischen Ursprungs eintauchen können, machen die Insel zum regelrechten Tauch-Mekka. Kulturinteressierte können in der Hauptstadt Valverde zudem typisch kanarische Architektur bestaunen und durch kleine Boutiquen schlendern. Wer das unbekannte Eiland in aller Ruhe entdecken möchte, sollte sich übrigens beeilen: Der Verlag Lonely Planet empfiehlt El Hierro in seinem jährlichen Ranking als Reiseziel für 2021. Außerdem erfüllt die Insel trotz seiner Ursprünglichkeit die Ansprüche der heutigen Zeit: El Hierro versorgt sich selbst vollständig mit erneuerbaren Energien und bietet kostenloses WLAN.

Highlights auf El Hierro

  • Typisch kanarische Architektur in der Hauptstadt Valverde
  • Naturparadies an Land und unter Wasser

El Hierro ist das perfekte Reiseziel auf den Kanaren für:

Naturliebhaber, Individualreisende, Taucher

Autorin: Leonie von der Beeck

Letzte Aktualisierung: 20. November 2020

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