Intensive Gewürze, exotisch-saftige Früchte und vollmundige Aromen: Eine Reise auf die Malediven, die Seychellen, nach Mauritius oder La Réunion ist eine Reise für alle Sinne. Die Inseln im Indischen Ozean sind nicht nur ein traumhaftes Urlaubsziel mit Bilderbuchstränden, sondern auch ein Paradies für Feinschmecker. Für alle kulinarisch Interessierten haben wir daher vier typische Gerichte samt Rezepten zum kostenfreien Download zusammengetragen, die auf jede Kücheninsel feinste Inselküche zaubern!

Die abwechslungsreiche kreolische Küche ist aufgrund der ethnischen Vielfalt und der ereignisreichen Historie der Inseln geprägt von Einflüssen aus Frankreich, Großbritannien, China, Afrika und Indien. Diese Einflüsse – gemischt mit zahlreichen exotischen Zutaten sowie allerhand einheimischen Gewürzen und aromatischen Kräutern – machen die Küche des Kulturraums Indischer Ozean zu einem aufregenden kulinarischen Erlebnis.

 Mauritius, La Réunion, Malediven und Seychellen: Typische Zutaten auf einen Blick

Grundlage der meisten Gerichte sind fangfrischer Fisch und Meeresfrüchte. Kein Wunder, dient der Indische Ozean mit seiner ressourcenreichen Unterwasserwelt doch als Hauptnahrungsquelle. Besonders auf den Malediven kommt man an frischem Thunfisch nicht vorbei: ob als Suppe wie beim maledivischen Nationalgericht Garudiya, als Salat, gegrilltes Steak oder gewürfelt im Curry. Weitere beliebte Fisch- und Meeresfrüchte-Arten auf den Inseln im Indischen Ozean sind Tintenfisch, Red Snapper, Makrele, Seezunge, Dorade, Hummer, Muscheln oder auch Steaks vom Haifisch, die unter den Einheimischen als Delikatesse gelten.

Alternativ zu Fisch wird auf den Malediven Rindfleisch oder Geflügel zubereitet, auf den Seychellen, Mauritius und La Réunion gelegentlich auch Schweinefleisch. Als sättigende Beilage dienen oft Reis oder Wurzel- und Knollengemüse wie Kartoffeln, Maniok und Yams. Ebenso werden zu den Hauptgerichten verschiedene Arten von (Fladen-)Brot gereicht, die ihren Ursprung in der indischen Küche haben. Gleicher Herkunft sind die sogenannten Samosas, mit Gemüse oder Fleisch gefüllte Teigtaschen, die oft als Snack für unterwegs dienen. Dahingegen sind andere Gerichte, wie etwa gebratene Nudeln und frittierter Reis, ein eindeutiger Beweis für Einflüsse aus China. Hinzu kommen Kürbiseintopf aus Afrika, süße Teigwaren aus Frankreich und Pasteten aus Großbritannien: Fertig ist der kulinarische Mix der Kulturen.

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Jede Menge schmackhaftes Gemüse und frisches Obst dürfen bei den Gerichten natürlich auch nicht fehlen: Mangos, Papayas, Litschis, Stern-, Passions- oder Jackfrüchte sowie zahllose, bei uns unbekannte Früchte bringen nicht nur eine Portion Farbe, sondern auch reichlich Geschmack und Vitamine auf den Teller. In ihrer reinsten Form werden sie unverarbeitet als Dessert genossen oder dienen als fruchtig-pikantes Chutney zu Currys und Fladenbrot. Abgerundet wird die Vielfalt an Zutaten mit aromatischen Gewürzen wie Ingwer, Knoblauch, Vanille, Piment, Kurkuma, verschiedensten Curry-Mischungen und feurigen Chilis. Eine wichtige Rolle spielt auch die Kokosnuss, deren Fleisch, Milch und Wasser zur Zubereitung zahlreicher Gerichte und Getränke verwendet werden.

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Vor Ort die Inselküche selbst erleben

Auf Reisende wartet also eine Welt, gefüllt mit neuen Geschmäckern und lukullischen Sensationen, die sich vor Ort auf authentische Weise erleben lassen: ob an rudimentären Straßenständen oder in den exklusiven Restaurants der Luxushotels, die teilweise unter der Leitung von Sterneköchen stehen. Auf Mauritius veranstaltet zum Beispiel die Luxuskette Constance Hotels & Resorts jedes Jahr das „Constance Culinary Festival“, ein exklusives Event, bei dem sich eine Woche lang alles um Essen dreht. Und das auf allerhöchstem Niveau, denn hochrangige Chefs aus aller Welt kommen hier zusammen, um vor einer Expertenjury um die Wette und heiß begehrte Auszeichnungen zu kochen.

Wer im Urlaub vor Ort lieber selbst den Löffel schwingen möchte, findet sicher Freude an einem Kochkurs, in dem der Küchenchef des Hotels höchstpersönlich seine Rezepte und Kniffe verrät und hilfreich zur Seite steht, während man selbst die heimischen Köstlichkeiten der Malediven, Seychellen, von Mauritius oder La Réunion zubereitet. Eine andere Möglichkeit, mehr über die Küche des Kulturraums Indischer Ozean zu erfahren, ist der Besuch eines lokalen Marktes vor Ort. Dieser begeistert nicht nur an Kulinarik Interessierte mit fangfrischem Fisch, exotischen Früchten und herrlich duftenden Gewürzen, sondern gibt auch einen  tieferen Einblick in den Kochtopf der Kulturen und den Alltag der Einheimischen. Schließlich dienen die Märkte den Inselbewohnern nicht nur zur Beschaffung von Lebensmitteln, sondern stets auch zur gesellschaftlichen Zusammenkunft: Hier wird morgens Kaffee oder Tee getrunken, in der Mittagspause ein Snack eingenommen, der neueste Tratsch ausgetauscht, gemeinsam gelacht oder dem anderen sein Leid geklagt. Beispielhaft seien hier die farbenfrohen Märkte in der Albert Street in Victoria auf Mahé, der Hauptinsel der Seychellen, genannt, die immer einen Ausflug wert sind.

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Vier-Gänge-Menü zum Nachkochen: Unsere liebsten Rezepte zum Download

Für alle, die nicht bis zum nächsten Urlaub warten möchten, um in die kreolische Küche der traumhaften Inseln einzutauchen, haben wir das passende Rezept. Besser gesagt vier. Das folgende Vier-Gänge-Menü, das sich ganz leicht auch am eigenen Herd zu Hause nachkochen lässt, ist für alle Fernwehgeplagten ein Erlebnis für die Sinne. Also einfach Rezepte herunterladen und einen exotischen Abend mit den Liebsten genießen, bei dem garantiert Urlaubsstimmung aufkommt!

  • Aperitif von La Réunion: Rhum arrangé à la vanille

Vollmundiger Rum und edle Vanilleschoten sind zu Symbolen der französischsprachigen Insel La Réunion geworden. Und wenn diese beiden Schätze harmonisch zueinanderfinden, entsteht „Rhum arrangé à la vanille”.

Die Herstellung von Rum hat auf La Réunion eine lange Tradition. Die bekannteste Sorte der Insel heißt „Charette”, nach dem Ochsenkarren, mit dem einst das Zuckerrohr transportiert wurde und der auch heute noch das Etikett der lokalen Marke ziert. Der Rum kann pur getrunken, im Punsch verwendet (also mit Fruchtsäften gemixt) oder eben als „Rhum arrangé” genossen werden. Letzteres kommt dem bei uns bekannten Rumtopf nahe und gilt als die Spezialität von La Réunion. Während es für Rhum arrangé wohl so viele Rezepte wie Einwohner gibt, haben doch alle die gleiche Basis: Früchte, Kräuter und Gewürze, darunter auch die hochwertige Vanille, werden mit Rum angesetzt und über Wochen oder gar Monate an einem dunklen Ort stehen gelassen. Bei den Zutaten sind übrigens alle möglichen Kombinationen denkbar, eine beliebte Variante ist zum Beispiel die Zugabe von „Faham”, einer wilden Orchideenart.

  • Vorspeise von Mauritius: Dhal Puri

Möchte man sich vor Ort nach dem Nationalgericht von Mauritius erkunden, fallen die Antworten der Bewohner wohl sehr unterschiedlich aus. Verständlich, denn hier leben Menschen aus den verschiedensten Kulturkreisen zusammen, und jeder von diesen bringt seine ganz eigenen Leckereien mit. Doch: Es gibt ein Gericht, das man überall auf der Insel findet und bei allen Mauritiern durchaus beliebt ist – ganz egal, welcher Kultur sie angehören. Die Rede ist von „Dhal Puri” (auch „Dholl Puri”), einer Art herzhafter Pfannkuchen aus pürierten gelben Linsen.

Dabei fungiert Dhal Puri als klassisches, preiswertes Streetfood, das typischerweise in den Gassen an improvisierten Ständen verkauft und unterwegs aus der Hand verzehrt wird. Die dünnen, mit Kreuzkümmel und Kurkuma gewürzten Fladen stammen aus der indischen Küche, werden in einer flachen Pfanne gebacken und anschließend auf Wunsch mit verschiedensten, meist scharfen Soßen gefüllt. Aber auch als Beilage zu Currys und Chutneys kommen die köstlichen Fladen zum Einsatz. Wer sich angesichts der Vielzahl an Dhal-Puri-Straßenständen nicht für einen entscheiden kann, folgt dem Rat der Einheimischen und wählt jenen mit der längsten Schlange.

  • Hauptspeise von den Malediven: Maledivisches Curry mit Kokos-Chapathi

An Curry-Gerichten kommt auf den Malediven keiner vorbei, schließlich gehören sie zu den lokalen Klassikern und sind auch unter den Einheimischen sehr beliebt. Diese würden sagen „Varah salhi!” , was so viel heißt wie „sehr lecker”. Der Ursprung der Currys liegt in der indischen Küche. Auf den Malediven werden die schmackhaften, würzigen Eintöpfe mit Gemüse, Fleisch oder Fisch zubereitet. Der Favorit der Inselbewohner ist das Thunfisch-Curry, ist diese Fischart doch so etwas wie die Lieblingsspeise der Malediver und Bestandteil nahezu jeder Vor- und Hauptspeise. In Verbindung mit asiatischen Gewürzen und Kräutern sowie heimischer Kokosmilch entsteht eine Spezialität, die jeder Urlauber auf den Malediven mindestens einmal probiert haben sollte.

  • Dessert von den Seychellen: Gato Bannann

Auf den Seychellen findet man rund 30 verschiedene Sorten von Bananen vor, die allesamt den übergeordneten Namen „Bannann” tragen. So wundert es kaum, dass die krumm gewachsene Frucht dort eine beliebte Zutat für Desserts aller Art ist. Auch mit ihrer vergleichsweise recht kurzen Haltbarkeit wissen die Seycheller umzugehen: So werden überreife, matschige Bananen keineswegs entsorgt, sondern zu einem glatten Püree verarbeitet. Dieses wird mit Vanille verfeinert, in einen Teig gegeben, gebacken – et voilà: Die beliebte Nachspeise Gato Bannann (aus dem Französischen: Gâteau à la banane), ein saftiger Bananenkuchen, steht auf dem Tisch. Eine Kugel Vanilleeis rundet das Dessert übrigens perfekt ab.

Vier-Gänge-Menü aus dem Indischen Ozean

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Autorin: Lisa Pierstorf

Letzte Aktualisierung: 20. Juli 2022