Als der bekannte Seefahrer Vasco da Gama Anfang des 16. Jahrhunderts zum ersten Mal einen Fuß auf die Inseln der Seychellen setzte, muss er gedacht haben, er sei in einem tropischen Garten Eden gelandet: Üppige Palmenhaine, strahlend weiße Sandstrände und exotische Tiere, so weit das Auge reicht. Was er nicht ahnen konnte: Dieses Paradies hört keinesfalls am Meeressaum auf. Jeder, der in den geheimnisvollen Ozean rund um die Seychellen eintaucht, wird mit dem Anblick bunter Fischschwärme, farbenprächtiger Korallenriffe und flinker Riffhaie belohnt. Wer also nicht nur einen exklusiven Strandurlaub genießen, sondern auch die mystische Welt unter Wasser erkunden möchte, ist hier genau richtig. Wir verraten, was das Tauchen und Schnorcheln auf den Seychellen so einzigartig macht und wo Unterwasserfans die besten Tauchspots finden.

Schildkröten, Rochen und bunte Fische – Die Unterwasserwelt der Seychellen

Wunderschöne Tauchspots gibt es überall auf der Welt. Was also macht die Unterwasserwelt rund um die Seychellen so besonders? Wer über die zahlreichen Erlebnisse unter Wasser spricht, die Taucher hier erwarten, wird schnell merken: Diese Frage müsste man eigentlich andersherum stellen. Gibt es überhaupt etwas, das die Seychellen nicht zu einem perfekten Ort zum Tauchen und Schnorcheln macht? Die Antwort ist schnell gefunden: Uns fällt nichts dergleichen ein!

Die Wassertemperatur ist das ganze Jahr hindurch angenehm warm, das Wetter tropisch und die Tauchmöglichkeiten geradezu unerschöpflich: Die Inseln erwarten Urlauber mit mehr als 80 Tauch- und Schnorchelplätzen für jedes Erfahrungslevel. Alle sind von den drei Hauptinseln Mahé, Praslin und La Digue gut erreichbar. An welchem Platz auch immer Taucher in ihr Abenteuer starten – unter Wasser finden sie sich in einer magischen, stillen Welt wieder. Meeresschildkröten schwimmen gemächlich vorbei, Riffhaie schießen pfeilschnell durchs Wasser, Rochen schweben elegant vorüber. Auf den farbenfrohen Korallen tanzen einzelne Sonnenstrahlen, die durch die Wasseroberfläche brechen und sich im tiefen Blau des Ozeans verlieren. Und während ein Schwarm bunter Papageifische durchs Wasser tanzt, wird jedem klar: Die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt des Indischen Ozeans kann es spielend mit dem Artenreichtum an Land aufnehmen. Zwischen August und November können Reisende mit etwas Glück sogar dem heimlichen Star der Unterwasserwelt begegnen: dem Walhai. Die friedlichen Giganten ziehen dann an der Insel Mahé vorbei – eine Begegnung, die Taucher sicher nie mehr vergessen.

Eine Schildkröte beim Tauchen auf den Seychellen.

Auch erfahrene Unterwasserfans, die es noch aufregender mögen, werden von den zahlreichen Möglichkeiten der Seychellen nicht enttäuscht. Denn nicht nur die schier endlose Zahl an faszinierenden Meeresbewohnern, sondern auch die vielen besonderen Tauchspots machen die Seychellen zu einem einmaligen Tauchgebiet. Tauchgänge zu versunkenen Schiffswracks, aufregende Nachttauchgänge, Höhlentauchen, Wall Diving und Drifttauchen – hier warten Taucherlebnisse für jeden Geschmack.

Spätestens beim Auftauchen, wenn Urlauber langsam in die Welt über Wasser zurückkehren und auf die sattgrünen Regenwälder und malerischen Buchten der Seychellen-Inseln blicken, wird ihnen klar: Sie haben das rundum perfekte Reiseziel gewählt. Vor allem, da die Seychellen trotz ihrer paradiesischen Begebenheiten bislang vom Massentourismus verschont blieben.

Beste Reisezeit und Voraussetzungen zum Tauchen auf den Seychellen

Allgemein gilt: Ein unvergesslicher Urlaub an den schönsten Stränden der Seychellen ist dank des ganzjährig warmen Wetters zu jedem Zeitpunkt möglich. Besonders beliebt für Badeurlaub, Flitterwochen und einen außergewöhnlichen Familienurlaub ist allerdings die Trockenzeit zwischen Mai und Oktober. Um das Klima auf den Trauminseln zu verstehen, müssen Reisende wissen, dass das Wetter hier durch die Winde des Südost- und Nordwestpassats bestimmt wird. Vier Jahreszeiten, wie wir sie in Deutschland kennen, sind den Einwohnern der Seychellen fremd. In der Zeit des Nordwest-Passats von Dezember bis März kommt es häufig zu kurzen, intensiven Regenschauern, weshalb sie auch als Regenzeit bezeichnet wird. Da jedoch nach kurzer Zeit die Sonne wieder durch die Wolken blinzelt, eignet sich auch dieser Zeitraum perfekt, um dem europäischen Winter auf den Seychellen zu entfliehen. Die Monate Mai bis Oktober werden vom Südost-Passat beherrscht und bieten mit ihren sonnigen, heißen Tagen und dem trockenen Klima ideale Voraussetzungen für einen erholsamen Strandurlaub.

Doch wie hilft dieses Wissen nun Reisenden, die einen Tauchgang planen? Ganz einfach: Die beste Reisezeit für unvergessliche Taucherlebnisse ist – wie das gesamte Klima der Seychellen – abhängig vom Passatwind. Auch wenn die Wassertemperatur das ganze Jahr hindurch angenehme 25 bis 30°C misst – als ideal zum Tauchen und Schnorcheln gilt jeweils die Übergangszeit zwischen Regen- und Trockenzeit. Besonders die Monate von März bis Mai sowie September bis November versprechen dank der herrschenden Windstille perfekte Bedingungen mit ruhigem Meer und weiter Sicht unter Wasser.

Ein Taucher über bunten Korallenriffen auf den Seychellen.

Doch auch bei perfektem Wetter will ein Tauchgang gut geplant sein. Besonders Anfänger sollten nur in Begleitung erfahrener Tauchlehrer ins Unterwasserabenteuer starten. Ob Anfänger oder Fortgeschrittene – das Tauchcenter sollte sorgfältig ausgewählt werden. Schließlich gehört zum Tauchen auch eine gehörige Portion Vertrauen, nicht nur in die eigenen Fähigkeiten, sondern auch in die Mittaucher und die Tauchlehrer. Gerade weniger Erfahrenen stellt sich da oft die Frage: Woran kann ich gute Veranstalter und Tauchschulen erkennen? Taucher sind immer gut beraten, die Informationen der beiden bekanntesten Tauchorganisationen PADI und SSI zu nutzen, die Tauchschulen auf der ganzen Welt betreiben. Zudem sollten sie stets den tadellosen Zustand der vor Ort geliehenen Ausrüstung überprüfen und sich generell mit ihrem Tauchlehrer und der Gesamtsituation wohlfühlen. Nur so können sie einen Tauchgang in vollen Zügen genießen. Wer dank der paradiesischen Gegebenheiten Geschmack am Tauchsport gefunden hat, kann übrigens in vielen Tauchschulen auch den ersten Tauchschein, den Open Water Diver, erwerben. Nun steht einem ausgedehnten Ausflug in die faszinierende Welt des Indischen Ozeans nichts mehr im Weg.

Schnorcheln auf den Seychellen – Abenteuer direkt unter der Wasseroberfläche

Wer keine Lust auf eine aufwendige Ausrüstung, lange Vorbereitung und tiefe Tauchgänge hat, muss nicht auf einmalige Erlebnisse in der bunten Unterwasserwelt der Seychellen verzichten. Denn die kann man auch beim Schnorcheln wunderbar erkunden. Schon direkt unter der Wasseroberfläche können Urlauber farbenprächtige Riffe bestaunen und großen Fischschwärmen begegnen. Wer schon im Vorhinein plant, im Urlaub schnorcheln zu gehen, sollte auf jeden Fall eine Taucherbrille, Flossen und einen Schnorchel im Reisegepäck haben. Gute Betreiber von organisierten Schnorchelausflügen stellen diese Ausrüstung aber bei Bedarf auch zur Verfügung.

Schnorcheln ist jederzeit und an fast jedem Ort auf den Seychellen problemlos möglich. Viele Hotels bieten dank vorgelagerter Hausriffe sogar die Möglichkeit, direkt vom Strand aus eine Erkundungstour durch die mystische Unterwasserwelt zu starten. Die schönsten Schnorchelplätze liegen allerdings häufig einige Kilometer vor der Küste. Daher empfiehlt sich ein gut organisierter Ausflug, auf dem das Boot an verschiedenen schönen Plätzen Halt macht.

Besonders lohnenswert sind Schnorchelausflüge zur kleinen, unbewohnten Insel Curieuse Island nahe Praslin, zur winzigen Felseninsel Coco Island sowie zu den vier Sister Islands. Ein Highlight ist auch das Schnorcheln im Sainte Anne Marine Park, einem Meeresschutzgebiet vor der Ostküste Mahés. In den großen Korallengärten des geschützten Gewässers tummeln sich tropische Fische und Riffhaie. Direkt vor der Küste Mahés soll übrigens ein waschechter Piratenschatz verborgen liegen. Für alle, die an die Legende glauben, kann ein Schnorchelausflug daher schnell zur Schatzsuche werden.

Eine Person beim Schnorcheln auf den Seychellen.

Die besten Tauchspots der Seychellen

Die 115 Inseln der Seychellen sind facettenreich, jede hat ihren ganz eigenen Charme. Die Eilande werden in zwei Gebiete unterteilt: Die Inner Islands, zu denen auch die Hauptinseln Mahé, La Digue und Praslin gehören, bestehen aus Granitgestein und begeistern mit einer besonders vielfältigen Unterwasserwelt. Die Koralleninseln der Outer Islands im Süden des Archipels versprechen dank versunkener Wracks und Unterwasser-Canyons einzigartige, aufregende Tauchgänge. Wir stellen die Top 10 der beeindruckendsten Tauchplätze vor.

Sainte Anne Marine Nationalpark

Im ältesten Meeresschutzgebiet der Seychellen tummeln sich unter anderem Adlerrochen und Schildkröten. Taucher können sich außerdem auf steile Riffe, große Flächen von Seegras und von Korallen überwucherte Felsformationen freuen. Die Bemühungen zum Schutz des Parks tragen Früchte: Taucher können ein sehr gut erhaltenes, buntes Korallenriff bestaunen. Hier kommen Anfänger ebenso wie Fortgeschrittene auf ihre Kosten.

Conception Island

Wer sich auf eine Begegnung mit dem riesigen Walhai freut, hat in den Gewässern zwischen Mahé und Conception Island beste Chancen. Die Meeresgiganten halten sich meist nur wenige Meter unter der Wasseroberfläche auf. Rund um die Insel sind außerdem Thunfische, Barsche, Barrakudas und Adlerrochen beheimatet. Dieser Tauchspot ist allerdings nur für erfahrene Taucher geeignet: Die starke Strömung, der hohe Wellengang und Tiefen bis zu 28 Meter machen Conception Island zu einem Gebiet für Fortgeschrittene.

Channel Rock

Zwischen Praslin und La Digue gelegen befindet sich ein Tauchplatz, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Rund um den Channel Rock zeigt sich die Artenvielfalt des Indischen Ozeans in voller Pracht: Hier tummeln sich große Gruppen von Adlerrochen und Weißspitzenriffhaien sowie Zackenbarsche und Schwärme kleinerer Rifffische. Taucher können außerdem Clownfische, Schildkröten und Kugelfische bestaunen.

Marianne Island

Die Gewässer rund um die Insel gelten als beste Tauchgebiete der Inner Islands. Das ist der fast schon verschwenderischen Fülle an verschiedenen Meeresbewohnern zu verdanken. Napoleon-Lippfische, Riesenmuränen, Adlerrochen, Barrakudas und drei verschiedene Haiarten sind hier unter anderem zu Hause. Aufgrund der teils kräftigen Strömung ist dies eher ein Tauchspot für fortgeschrittene Taucher.

Blick auf das Tauchparadies am Sainte Anne Marine Nationalpark.

Ave Maria Rock

Das Revier rund um den Ave Maria Rock ist mit einer Tiefe von maximal 20 Metern für Tauchanfänger bestens geeignet. Hier gibt es üppig bewachsene Felswände, Riffhaie, Rochen, Kraken und Meeresschildkröten zu bestaunen.

Shark Bank

Die zerklüfteten Felsformationen dieses Tauchplatzes sind wegen teils starker Strömungen und einer Tiefe von bis zu 34 Metern vor allem für erfahrene Taucher geeignet. Hier tummeln sich Zackenbarsche, gelbe Schnapper, Stachelrochen und natürlich die namensgebenden verschiedenen Haiarten.

Amoujié Maman

Einer der anspruchsvollsten Tauchspots der Inner Islands findet sich nahe Mahé. Diese Ansammlung von Granitfelsen am Meeresboden eignet sich hervorragend für Strömungstauchgänge. Belohnt werden erfahrene Taucher mit der Sichtung von King-Fischen, Haien, Adlerrochen und Schwertfischen.

Aride Bank

Die Unterwasserwelt der Insel, die für ihre vielfältige Vogelwelt bekannt ist, steht dem Artenreichtum an Land in nichts nach. Bei einer Tiefe von maximal 25 Metern bietet der Tauchplatz Begegnungen mit Schildkröten, Adlerrochen, Ammenhaien und Riffhaien.

Lost City

Ein weiterer Tauchspot für Fortgeschrittene: Mächtige Unterwasser-Canyons ziehen sich hier durch die Granitformationen am Meeresgrund. Der Höhepunkt: Ein sogenannter Swim Through am südlichen Ende der Granitbänke. Auf maximaler Tiefe von 30 Metern leben hier Riffhaie, Hummer, Rochen und Barrakudas.

Turtle Rock

Der Turtle Rock östlich von Mahé zieht mit seinen Granitfelsformationen, kleinen Höhlenlöchern und zahlreichen Meerestieren wie Stachelrochen, Fledermausfischen und verschiedenen Haiarten Taucher und Schnorchler an. Das riesige Gebiet ist für Taucher unterschiedlicher Erfahrungslevel geeignet.

Wracktauchen auf den Seychellen

Wracktauchen gilt als ein ganz besonderes Erlebnis und ist an mehreren Spots auf den Seychellen möglich. Eines der berühmtesten Schiffswracks ist das des Öltankers “Ennerdale”, der in den 1970er Jahren zwischen Mahé und Praslin gesunken ist. Das Wrack liegt etwa 30 Meter tief und ist mittlerweile das Zuhause von Fledermausfischen, Muränen, Adlerrochen und Riffhaien geworden.

Ein Taucher auf den Seychellen an einem Schiffswrack.

 

Das Baggerschiff “Dredger” wurde 1989 nach getaner Arbeit absichtlich im Nordwesten von Mahé versenkt. Heute liegt das Wrack in etwa 27 Metern Tiefe auf der Seite und beheimatet Skorpionfische und Muränen ebenso wie bunte Schnapper-Fische. Der Tauchgang zum Wrack ist nur erfahrenen Tauchern empfohlen.

Der Tauchgang zum Wrack der “Aldebaran” ist ein echtes Erlebnis. Das etwa 28 Meter lange Fischerboot wurde 2008 extra für Taucher versenkt. Das Wrack liegt mittlerweile etwa 40 Meter tief und ist von einer teils stärkeren Strömung umgeben. Wer sich hier hinab wagt kann Feuerfische, Muränen und Süßlippen-Fische beobachten.

Rund um die Trauminseln der Seychellen finden sich noch einige weitere betauchbare Wracks. Für viele geübte Taucher ist ein solcher Tauchgang die Krönung ihres Seychellen-Urlaubs. Doch ob Wracktauchen, entspannte Tauchgänge in wenigen Metern Tiefe oder Schnorcheln nahe der Wasseroberfläche – die magische Welt des Indischen Ozeans zu entdecken ist ein unvergessliches Erlebnis.

Autorin: Kim Vattersen

Letzte Aktualisierung: 28. Mai 2021

Sie hat das Reisefieber gepackt?

Beratungstermin vereinbaren

Unser Reiseexperte Stephan Pfeiffer berät Sie gerne zu einem Seychellen-Urlaub.

Unverbindlich anfragen

Urlaub auf den Seychellen

Entdecken Sie unsere anpassbaren Reisevorschläge für einen Seychellen-Urlaub.

Seychellen-Urlaub