Es herrscht wohltuende Stille, vereinzelte Sonnenstrahlen brechen durch die Wasseroberfläche, eine Meeresschildkröte schwimmt gemächlich vorüber die Welt außerhalb des Wassers scheint ganz weit weg. Schon der berühmte Meeresforscher Jacques-Yves Cousteau wusste: „Wenn man Fische studieren will, wird man am besten selbst zum Fisch“. Heute eifern weltweit viele Begeisterte dem Tauchpionier nach und erkunden die faszinierende Unterwasserwelt. Zu einem der schönsten Tauchreviere der Welt zählen zweifellos die Malediven. Die 26 Atolle im Indischen Ozean begeistern mit kristallklarem Wasser, farbenfrohen Korallen und Begegnungen der besonderen Art: Taucher treffen hier auf Meeresbewohner wie Mantas, Walhaie und leuchtende Feuerfische. Tauchen auf den Malediven wird so zum unvergesslichen Erlebnis.

Reisen in exotische Länder sind für viele Menschen heute normal, das Erkunden der Welt wird vielfach als leidenschaftliches Hobby gelebt. Doch über 70 Prozent unseres Planeten ist mit Wasser bedeckt. Kein Wunder, dass sich viele fragen: Wie sieht eigentlich die verborgene Welt unter Wasser aus? Immer mehr Menschen möchten dieser Frage nachgehen und selbst in die geheimnisvolle Unterwasserwelt eintauchen. Hier warten zahlreiche Abenteuer wie das Erkunden versunkener Schiffswracks oder die Begegnung mit faszinierenden Meerestieren. Schnell wird klar: Taucher haben einen Reisepass zu dem größten unbekannten Gebiet unseres Planeten.

Taucher auf den Malediven bei einem Tauchkurs.


Taucher werden: Die Ausbildung zum Unterwasser-Entdecker

Doch wie wird man zum Taucher, zum Entdecker der Unterwasserwelt? Interessierte können sich in Tauchschulen auf der ganzen Welt ausbilden lassen und verschiedene Tauchausweise, sogenannte Brevets, erwerben. Tauchneulinge beginnen dabei meist mit dem Open Water Diver, der aus einem theoretischen und einem praktischen Teil besteht. Hier lernen die Teilnehmer den Umgang mit der Ausrüstung und machen erste Tauchgänge in geschütztem Raum.

Zusätzlich gibt es eine Vielzahl weiterer Kurse wie der Freediver, bei dem das Tauchen ohne Sauerstoffflasche im Fokus steht, oder der Rescue Diver für Fortgeschrittene. Belegen können Taucher in spe diese Kurse bei zahlreichen Tauchausbildungsorganisationen, die größten unter ihnen sind PADI (Professional Association of Diving Instructors) und SSI (Scuba Schools International). Übrigens: Die Brevets werden von den verschiedenen großen Organisationen untereinander anerkannt, da es mittlerweile weltweit genormte Ausbildungsstandards beim Tauchen gibt.

Tauchen in der Ferne: Die richtige Tauchschule finden

Wen es nicht schon für die Tauchausbildung in die Ferne zieht, lässt spätestens mit dem frischen Tauchschein in der Tasche die Enge des Schwimmbades oder des heimischen Baggersees hinter sich – eine Tauchreise wird geplant. So zieht es sowohl Tauchneulinge als auch Fortgeschrittene in die Ferne, um die schönsten Tauchspots der Welt mit eigenen Augen zu sehen. Bei der Reiseplanung, spätestens aber vor Ort, stellt sich häufig die Frage: Woran erkenne ich gute Veranstalter und Tauchschulen?

Eine erste Anlaufstelle sind hier häufig die Tauchorganisationen PADI und SSI, die professionelle Tauchcenter auf der ganzen Welt betreiben und die besten Tauchspots kennen. Grundsätzlich sollten Taucher darauf achten, zunächst den zuständigen Tauchlehrer vor Ort kennenzulernen – gegenseitige Sympathie ist eine Voraussetzung, um einen entspannten Tauchgang genießen zu können. Denn Tauchen sollte vor allem eines: Spaß machen! Auch die Sicherheit spielt im Tauchsport eine große Rolle. Gerade Anfänger sollten auf den professionellen Rat und die Einschätzung des Tauchlehrers vertrauen. Häufig sind kleinere Boote hilfreich für eine persönliche Atmosphäre an Bord und eine gute Basis für den Kontakt zu anderen Tauchern und dem Tauchlehrer. Unser Tipp: Taucher können sich vor dem Tauchgang auch einmal die Ausrüstung zeigen lassen und anhand des Pflegezustandes einen Eindruck von der Tauchschule gewinnen.

Doch wohin nun soll die Tauchreise gehen bei all den zahlreichen paradiesischen Tauchrevieren auf der Welt? Unser Tipp: Das Inselparadies der Malediven gilt als einer des besten Tauchspots weltweit!

Die Unterwasserwelt der Malediven und ein typischer weißer Sandstrand.


Tauchurlaub auf den Malediven

Weißer Puderzuckersand, türkisfarbenes, schimmerndes Meer und eine bunte Unterwasserwelt – so könnte die Beschreibung des Paradieses lauten. Oder die der Malediven. Die Inselwelt im Indischen Ozean fasziniert sonnenhungrige und erholungssuchende Urlauber aus der ganzen Welt. Auch für Taucher und Schnorchler sind die Atolle südwestlich von Indien ein echtes Traumziel. Die Malediven gelten nicht umsonst als eines der besten Tauchreviere der Welt. Sie wurden dank der vielen Tauchplätze mit klarem, ruhigem Gewässer von der Tauchorganisation PADI sogar als einer der besten Spots für Tauchanfänger weltweit bezeichnet.

Die Malediven bestehen aus mehr als tausend Koralleninseln, von denen rund 220 von Einheimischen bewohnt und weitere 144 für den Tourismus genutzt werden: Hier finden sich traumhafte Tauchspots in Hülle und Fülle.

Die Inselkette ist mit ihrem tropischen Klima und Wassertemperaturen knapp unter 30 Grad ganzjährig ein traumhaftes Reiseziel. Die Trockenzeit, auch Nordost-Monsun genannt, dauert von Dezember bis April und gilt für viele als die beste Reisezeit. Denn in der Zeit des Südwest-Monsuns zwischen April und Oktober kann es zu starken Regenfällen kommen. Aber: Einige Atolle sind gerade während dieser Zeit für Taucher interessant. Dann können zum Beispiel die größten Ansammlungen von Mantarochen beobachtet werden, die bei der Nahrungsaufnahme scheinbar durchs Wasser tanzen.

Tropisches Klima und ganzjährige Wassertemperaturen knapp unter 30 Grad machen die Malediven zum Traumreiseziel für Taucher und Erholungssuchende.

Walhaie und Mantarochen, die „Stars“ der Unterwasserwelt

Die Unterwasserwelt der Malediven ist faszinierend und abwechslungsreich. Versunkene Wracks warten darauf entdeckt zu werden, Riffhaie und unzählige bunte Fische tummeln sich vor den Inseln, farbenfrohe Weich- und Hartkorallen leuchten einladend. Doch die heimlichen Stars der Malediven sind die beeindruckenden Mantarochen und die riesigen Walhaie. Die Begegnung mit diesen Meerestieren ist ein absoluter Höhepunkt beim Tauchen und Schnorcheln auf den Malediven.

Wenn ein breiter Mantarochen mit seinen flügelartigen Flossen schlägt und lautlos durchs Wasser gleitet, wirkt er wie ein Wesen von einer anderen Welt. Trotz ihres ungewöhnlichen Aussehens sind Mantas friedliche Tiere, die Tauchern häufig sogar mit Neugier begegnen und für ein unvergessliches Erlebnis unter Wasser sorgen. Noch beeindruckender ist der gigantische Walhai: Die größten Exemplare können eine Länge von bis zu 13 Metern erreichen. Die sanften Riesen bei ihrer Reise durch die Ozeane zu beobachten, gehört zu den Highlights unter Wasser und steht auf der To-Do-Liste vieler Taucher. Und nirgendwo können sie Mantarochen und Walhaie so gut beobachten wie bei einer Tauchreise auf die Malediven.

Ein Walhai auf den Malediven.

Die besten Tauchspots der Malediven

Eines ist sicher: Auf den Malediven findet jeder seinen idealen Tauchspot. Jedes der 26 Atolle hat seine Vorzüge, manche sind eher für geübte, andere auch für unerfahrene Taucher geeignet. Übrigens kommen auf den Malediven nicht nur Taucher auf ihre Kosten: Meistens reichen ein Schnorchel und eine Taucherbrille schon aus, um in die faszinierende Welt unter Wasser einzutauchen. An vielen Orten reicht es bereits, nur den Kopf unter Wasser zu halten und schon lassen sich verschiedene Fische und bunte Korallenriffe bewundern.

Nord-Malé-Atoll

Nicht ohne Grund gilt das Nord-Malé-Atoll als einer der meistbesuchten Tauchplätze der Malediven: Der einfache Zugang von der Hauptstadt Malé aus und das schöne Korallenriff versprechen Spaß für Taucher aller Erfahrungsniveaus. Ein besonderer Höhepunkt: Das bekannte Wrack der Maldives Victory, einem 1981 gesunkenen Frachtschiff, liegt heute in 32 Metern Tiefe und ist von Korallen überwuchert.

Süd-Malé-Atoll

Überhänge, Schluchten und Höhlen zeichnen das Süd-Malé-Atoll aus, das durch den Vaadhoo-Kanal vom Nord-Malé-Atoll getrennt ist. Unberührte, intakte Korallenriffe finden sich hier weniger, dafür ist das Atoll für seinen Fischreichtum bekannt und wird von unterschiedlichen Haiarten bevölkert. Wegen der relativ starken Strömung kommen hier vor allem fortgeschrittene Taucher auf ihre Kosten.

Ari-Atoll

Das Ari-Atoll ist eines der größten Atolle und liegt im Westen der Inselgruppe. Es gilt als eines der beliebtesten Tauchreviere der Malediven und ist unter Tauchern besonders für Walhai-Begegnungen bekannt. Die riesigen Tiere bevorzugen in der Regenzeit von Mai bis Dezember die westliche Seite des Archipels. Mantarochen sind ebenfalls häufig anzutreffen. Da auch hier meist eine starke Strömung herrscht, ist dieser Tauchspot eher für geübte Taucher ideal.

Laamu-Atoll

Das Laamu-Atoll im Norden der Malediven ist weniger von Kanälen durchzogen als viele andere, was die Strömung verringert und die Sicht verbessert. Das schafft ideale Bedingungen für Tauchanfänger. Taucher können sich hier auf Begegnungen mit Riffhaien, Schildkröten und Adlerrochen freuen.

Meemu-Atoll

In den geschützten Innenriffen des Meemu-Atolls finden Anfänger perfekte Bedingungen vor. Auch für geübte Taucher finden sich hier anspruchsvolle Spots. Die tiefer gelegenen Riffe ermöglichen aufregende Strömungstauchgänge und Begegnungen mit Barrakudas und Riffhaien.

Addu-Atoll

Das südlichste Atoll der Malediven, das als einziges südlich des Äquators liegt, begeistert mit gut intakten Korallengärten und einer breiten Artenvielfalt unter Wasser. Noch weniger vom Tourismus geprägt als andere Atolle finden hier Ruhesuchende und Naturfans ihr Paradies.

Autorin: Kim Vattersen

Letzte Aktualisierung: 24. Juli 2020